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Metzler Lexikon Weltliteratur
1000 Autoren von der Antike bis zur Gegenwart

J. B. Metzler
2006
€ 129,95


Von Alemanno Partenopeo am 01.11.2006

  Wie im Vorwort betont wird, handelt es sich natürlich nur um eine Auswahl, die Sammlung erhebt nicht den Anspruch „die“ Weltliteratur zu repräsentieren. Rund die Hälfte sind demnach aber auch antiken, englischsprachigen oder amerikanischen Autoren gewidmet, aber natürlich wird auch die deutschsprachige Literatur würdig repräsentiert.
 Am Anfang verschafft Ihnen ein Verzeichnis der Artikel den nötigen Überblick und die Liste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesem Lexikon ist beinahe ebenso lang. Im Lexikonteil selbst werden die Autoren dann sowohl in ihrem sozialen Umfeld als auch in ihrem Werk beschrieben und die Bedeutung des Autors für die Weltliteratur auf mindestens zwei Textspalten beleuchtet.
  Am Beispiel eines französischen Dichters, die natürlich ebenfalls ausgiebig repräsentiert sind, sei ein Einblick in vorliegendes Lexikon gewährt. Arthur Rimbaud etwa wird als unter dem Einfluß Baudelaire`s stehender Dichter charakterisiert, der diesen bald überflügelt hätte: „Obwohl sich in diesem Werk (Le bateau ivre/das trunkene Schiff, JW) noch der Einfluss Baudelaire zeigt, übertrifft Rimbaud bereits die Dichtung seines Vorbildes. Das sich in unerhörten, schlingernden Bewegungen vollziehende Geschehen manifestiert sich in kühnen Synesthäsien und absoluten Metaphern. Die Innovation R.s besteht vor allem in dem Einsatz der Metapher als identitätsstiftendes Moment und darin, durch diese im Text – im Bild des Schiffes – ein Gleichnis für die menschliche Existenz zu schaffen.“
  Ein weiteres Beispiel einer Bewertung der jüngsten österreichischen Nobelpreisträgerin gibt Auskunft über deren Stellung in der Weltliteratur: „Sie (Elfriede Jelinek, JW) thematisiert die Macht und Demütigung in der bürgerlichen Gesellschaft und analysiert festgefahrene Strukturen im österreichischen Kapitalismus.“ (...) „Sie ist davon überzeugt, dass der Faschismus 1945 nicht verschwunden sei, sondern sich in die Familie zurückgezogen habe und sich dort im Herrschaftsverhältnis des Mannes über die Frau manifestiere. Wie in allen ihren Werken wird die Frau auch hier auf ihre sexuelle Funktion reduziert.“ Elfriede Jelinek wird in nahezu sechs Textspalten ausführlich gewürdigt, sowohl ihr schriftstellerisches, als auch ihr Bühnenwerk.
 
  Die einzelnen Artikel sind namentlich vom jeweiligen Bearbeiter gekennzeichnet, die damit auch die Verantwortung für ihre Abschnitte übernehmen. Alles in allem ein gelungenes Lexikon für alle, die mehr über Literatur und ihre Hintergründe erfahren wollen. Für Literaturkritiker und solche die es noch werden wollen eine anregende Aufmunterung, auch wieder etwas Quellenforschung zu betreiben und sich mehr mit der Literaturgeschichte auseinanderzusetzen.
 
  Einige Angaben dieser Ausgabe zur Weltliteratur stammen aus Metzlers Lexikon der englischsprachigen Autorinnen und Autoren, dem Metzler Lexikon der amerikanischer Autorinnen und Autoren, Metzler Lexikon antiker Autoren, Metzler Autorinnen Lexikon, Metzler Autoren Lexikon (Deutschsprachige Dichter vom Mittelalter bis zur Gegenwart).
  Den Lesern von TEXT + KRITIK ist Axel Ruckaberle bereits von seiner dortigen Redaktionsarbeit bekannt. Außerdem arbeitete er auch beim „Kritischen Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ und beim „Kritischen Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur“ mit.

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