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Bill Broady
Schwimmerin

C. H. Beck Verlag
2001
Übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
127 Seiten


Von Rudolf Kraus am 28.10.2006

  Schwimmerin ist ein spätes Debüt des 1955 geborenen Engländers Bill Broady. Eine namenlose Erzählerin schildert ihr Leben, das von 2 Begriffen geprägt ist: von Schmetterlingen und Schwimmen. Als Kind erfährt sie ein seltsames Glücksgefühl, als sie zum ersten Mal den Schmetterlingsstil schwimmt. Sie verspürt eins zu werden mit dem Wasser. Sie kommt in ein Sportinternat und wird sukzessive zur Leistungssportlerin ausgebildet. Hartes Training und kaum Freizeit kennzeichnen dieses Leben. Sie aber scheint dadurch kaum beeindruckt, denn das Wasser ist ihr Leben und das Training kann ihr scheinbar nichts anhaben.
  Einzige wirkliche Kontaktperson ist ihr Trainer, der sie zu Höchstleistungen treibt, die im Gewinn der Goldmedaille im Schmetterlingsschwimmen bei den Commonwealth Spielen ihren Höhepunkt finden.
  Kaum 19 Jahre alt geworden, ist ihre Schwimmerkarriere schon zu Ende, sie kann mit den Jüngeren nicht mehr mithalten. Auf Vermittlung ihres Trainer kommt in die Fittiche eines suspekten Managers, der ihr Werbeaufträge verschafft, von denen sie eine Zeit lang gut leben kann. Doch gehen diese Werbeaufträge in Richtung Model und ihr Manager verlangt eines Tages von ihr, für Pornoaufnahmen zu posieren. Sie lehnt entschieden ab und gerät dadurch immer stärker in Vergessenheit, denn kaum jemand kann sich mehr an sie erinnern. Ohne Manager und Aufträge beginnt ihr Abstieg, der schlussendlich im Irrenhaus endet.
  Eindringlich und fesselnd erzählt Broady diese Geschichte, die schonungslos und brutal den Leistungssport darstellt. Sei es das Ausnutzen einer kindlichen Seele oder die moderne Mediengesellschaft, dem Autor gelingt es mit einer sensiblen und wortgewandten Sprache das Schicksal der namenlosen Schwimmerin einfühlsam darzustellen.
  Der Roman erregte in der britischen Öffentlichkeit reges Aufsehen durch diese ungeschminkte Darstellung. In jedem ein erstaunliches und äußerst empfehlenswertes Debüt des englischen Autors.

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