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James Mohr
Unix-Windows-Integration
(1998)

International Thompson Publishing Company
DM 89,-


Von Bruno Hopp am 10.05.1999

  Wie der Titel schon anzeigt, behandelt der Autor mit seinem Buch die Themen Unix und Windows NT, wobei sein Schwerpunkt die reibungslose Zusammenarbeit beider (in einem Netzwerk) ist. Mohr geht zu Beginn auf die Grundlagen der Netzwerkelei ein, z.B. was TCP/IP angeht, die Syntax der IP-Adressen wird erklärt, was direkt zu Aussagen über DNS führt. Auch Unix-spezifische Netzprotokolle, etwa NFS kommen früh zur Sprache. Nach dem Kap. 3 mit Grundlagen zu Unix, etwa der Shellprogrammierung, den Geheimnissen von Benutzerkonten und Gruppenzugehörigkeit unter Unix, wird in Kap. 4 ausführlich NT in seinen Grundlagen dargestellt. Trotzdem sind diese Abschnitte keine Einführung in die jeweiligen Betriebs- Systeme, es werden nur die Aspekte vorgestellt, die bei einer Integration im Netzwerk eine große Rolle spielen.
  Dem Kapitel Sicherheit ist ein eigenes Kapitel gewidmet- z.B. wird anhand von Beispielen aus der eigenen Praxis erklärt, wie man versuchen kann, sein eigenes System zu 'hacken', um Sicherheitsdefizite frühzeitig zu entdecken.
  Mit Kap. 6: "Connectivity" kommen die grundlegenden Überlegungen zum Netzwerk. Was sollte prinzipiell bedacht werden, wenn ein bestehendes Netz erweitert werden muß, ein neues angelegt werden muß, wenn neue Server hinzukommen. Welche Softwarebedürfnisse können/muessen berücksichtigt werden? Welche Personen sollen in Entscheidungen wie einbezogen werden? Verschiedene Serverprodukte, z.B. SMB-/NFS-/X-/Http-Server werden erklärt. Die Rolle des oft erwähnten aber ungeliebten Backups im heterogenen Netz wird ausführlich angesprochen incl. der zahlreichen Fußangeln und Probleme, wenn eine Unix-Maschine eine NT-Maschine sichert oder umgekehrt...
  Funktion, Planung und Aufbau eines Firmen-Intranets werden erklärt ebenso wie die konfliktträchtigen Beziehungen aller (potentiell) Beteiligten. Hier spürt man die enorme Erfahrung, aus der der Autor bereitwillig, jedoch immer prägnant, berichten kann. Ein letzter großer Teil des Buches beschäftigt sich mit Software, die einem Administrator eines heterogenen Netzes das Leben erleichtern kann. Hier ist keine Marktübersicht gewollt, aber zahlreiche große und kleine Namen mit z.T. erstaunlichen Produkten sind erwähnt. Neben den bekannten X-windows-Terminals (um ein X-Window von einer Unix-Maschine z.B. auf eine NT maschine umzuleiten oder umgekehrt) werden auch etliche speziellere Dinge vorgestellt, z.B. X-clients, die von 'remote-A'auf einen Rechner 'remote-B' kopieren können - was längst nicht alle ftp-clients vermögen. Oder wer weiss schon, daß es vor vielen Jahren schon einen X-Windows-client für DOS gab, als der Marktführer noch erfolglos an seinem Fenstersystem herumprogrammierte?? (Das war mir auch neu...)
  Ergänzt wird das Buch von zwei CDROMs, wobei eine Caldera Open Linux-Distribution angeboten wird sowie zahlreiche Testversionen der im Buch besprochenen Software, hauptsächlich X-terminal-Soft und Utilities.
  Meine persönliche Meinung: dieses Buch ist nur denjenigen zu empfehlen, die schon Erfahrung mit irgendeinem Unix (also auch Linux) *und* NT gesammelt haben. Für diesen Kreis kann ich das Buch jedem, sei er Anfänger oder Fortgeschrittener mit jahrelanger Erfahrung, guten Gewissens empfehlen. Die grundsätzlichen Probleme, die in einem Netzwerk mit unterschiedlichen Hardware- und Softwarearchitekturen auftauchen, werden detailliert und anschaulich beschrieben. Das Buch ist in einer erfrischend klaren Sprache geschrieben, ohne dabei in unverständliches EDV-chinesisch zu verfallen oder weitschweifig zu werden. Als Linux-Fan hat mir besonders gefallen, daß in einigen Abschnitten (der Netzkonfiguration) sogar auf Unterschiede in den Distributionen (zwischen Caldera, Redhat, Debian, SuSE etc.) eingegangen wird. Einfach klasse!

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