Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Josef Zotter / Sabine Lintschinger
Schokolade
Die süßen Seiten des Lebens

Pichler Verlag
2006
168 Seiten
€ 14,90


Von Christel Schweitzer am 12.09.2006

  Das Buch „Schokolade, Die süßen Seiten des Lebens“ hat ein schmales, längliches Format, für das möglicherweise eine Tafel Zotterschokolade Pate gestanden hat. Leider ist aber damit die Assoziation auch schon zu Ende, denn nicht eine nachempfundene Schokolademanschette oder -banderole umgibt das Werk, sondern ein, zwar stilistisch edel und ansprechend, aber eben nicht wirklich origineller, eierschalenfarbiger Einband mitsamt Photo diversester Zotterschokoladenbrüche.
  Das nachfolgende Inhaltsverzeichnis gibt 7 Kapitel an, die in sich durch vier (bzw. drei) Unterkapitel unterteilt werden: Zuallererst, Orientierungssuche, Träume und Troubles, Triebfeder: Neustart, Erfolg durch Visionen, Reifung zum Mythos. Die Unterkapitel heißen dann jeweils: Schoko-Leben, Schoko-Story, Schoko-Praxis, Schoko-Genüsse. Außerdem findet man 28 (GUSTO-erprobte!) Rezepte.
  Nach einer kurzen humorvollen Regieanleitung: „die geheimen Ingredienzien des Genusses sind Zeit und Maß…während man in aller Ruhe Kapitel für Kapitel aus den „Süßen Seiten des Lebens“ liest, lasst man Stück für Stück vom Glück [Zotterschokolade] auf der Zunge zergehen…“ (Seite 9) folgt die Lebensgeschichte des Josef Zotters. Diese klingt, trotz jugendlicher Startschwierigkeiten und manches beruflichen Tiefschlags ein wenig wie „vom Tellerwäscher zum Millionär“. Gleichzeitig spürt man aber eine bescheidene, schlichte Ehrlichkeit, eine gewisse Melancholie, herzhafte Selbstironie und natürlich auch berechtigten Stolz in diesen Zeilen. Die Lebensgeschichte des Josef Zotter wird immer wieder thematisch unterbrochen, zieht sich aber dennoch, wie ein roter Faden durch das gesamte Buch.
  Sehr informativ und verständlich erarbeitet sind die Unterkapitel bezüglich Herkunft der Kakaobohne, die Plantagen in Südamerika, die Verarbeitung der Kakaobohne bis hin zum Kakaopulver bzw. zur Kakaobutter. Man muss auch kein Koch sein, oder ein Doktorat in Sachen Ernährungswissenschaft in der Tasche haben, um die Kapitel über Aromen, Kakaobohnensorten, Schokoladesorten und das Verspeisen einer Zotterschokolade (mittels aller 5 Sinne) zu begreifen.
  Am besten gefällt mir das Kapitel über die Mythen, die die Schokolade umgeben. Zotter räumt mit ihnen auf und mahnt zur Mäßigung im Schokoladekonsum: „Wie ein Therapeut komme ich mir vor, wenn ich sage: “Eine Tafel Schokolade pro Woche reicht.“ Ich muss schmunzeln, wenn meine Botschaft bei manchen Kunden mit blankem Entsetzen aufgenommen wird. Aber ich finde, Schokolade ist ein Genuss- und kein Nahrungsmittel. Mein Argument dazu lautet: Iss die Hälfte an Schokolade, gib dafür lieber doppelt so viel aus und du hast davon mehr…“ Seite 149)
 
  In diesem Sinne: portionieren Sie sich das Zottersche Büchlein, wie eine seiner Schokoladen und lesen Sie nicht alles auf einmal aus!

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.