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Manfred Rebhandl
Lebensabende und Blutbäder
Ein Biermösel-Krimi

Czernin Verlag
2005
225 Seiten
€ 15,-


Von Alfred Ohswald am 09.09.2006

  Irgendwann hat es den Versuch geben müssen, den Stil von Wolf Haas in seinen erfolgreichen Brenner-Krimis zu imitieren. Manfred Rebhandl ist es mit gar nicht so wenig Geschick gelungen, einen Krimi im ähnlichen, aber doch nicht zu ähnlichen Stil zu schreiben. Seinen Krimi kann man als Mischung von Wolf Haas’ Stil und Alfred Komareks Figur Polt sehen, was allerdings nicht wirklich zutrifft. Rebhandels Hauptfigur Biermösel ist zwar auch Dorfgendarm aber sonst schon eine völlig andere Art Charakter als Brenner oder Polt. Er ist weit entfernt von deren Schläue und es mangelt ihm auch sonst weitgehend an sympathischen Zügen. Eigentlich ist er bloß ein ziemlich ungustiöser, sehr einfach gestrickter Dummkopf.
  Auch die Handlung selbst kann man kaum als Krimi bezeichnen, die längste Zeit sucht Biermösel jugendliche Handtaschendiebe und jemanden, der regelmäßig Kampfhunde stielt. Hauptsächlich ist er aber mit persönlichen Problemen beschäftigt, die sehr oft urologischer Natur sind. Dabei hätte übrigens etwas weniger Liebe zum Detail nicht geschadet, so genau und ausführlich will man’s beim Lesen nicht unbedingt wissen.
  Erst am Schluss geraten die Ereignisse reichlich außer Kontrolle und es gibt gleich mehrere Tote. Allerdings ist dabei praktisch keine Aufklärung von Nöten. Die stilistisch originelle Schilderung der Erlebnisse der verschiedenen Figuren liest sich recht unterhaltsam, wenn auch das genannte urologische Problem und die Essensexzesse der Hauptfigur etwas zu viel Raum einnehmen. Ähnlich wie Wolf Haas, schreibt Manfred Rebhandl im Plauderton, wobei er aber näher am Dialekt zu bleiben versucht, als das erfolgreiche Vorbild. Wenn sich Manfred Rebhandl das nächste Mal noch eine halbwegs spannende Krimihandlung dazu ausdenkt – der Hundedieb war schon ein halbwegs guter Ansatz – sollte dem Erfolg im Windschatten von Wolf Haas nichts mehr entgegenstehen.

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