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Alek Popov
Mission: London

Residenz Verlag
2006
Übersetzt von Alexander Sitzmann
333 Seiten
€ 19,90


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Von Alfred Ohswald am 26.08.2006

  Nachdem im deutschen Sprachraum schon der aus Bulgarien stammende Dimitré Dinev mit seinem Roman „Engelszungen“ eindrucksvoll sein humoristisches Talent bewiesen hat, zeigt mit Alek Popov ein weiterer Autor aus diesem sonst wenig attraktiven Balkanstaat, dass Dinev offensichtlich keine Ausnahmeerscheinung ist. Popov beherrscht es ebenso virtuos, seine originellen, oft recht wunderlichen Figuren in die abenteuerlichsten, absurdesten Situationen geraten zu lassen.
 
  „Mission: London“ spielt in der recht geruhsamen Botschaft Bulgariens in London, wo der zu früh auftauchende Botschafter - ein typischer Bürokrat und Funktionär, der direkt aus der kommunistischen Zeit zu stammen scheint - für einige Unruhe im sonst gemächlichen Alltag sorgt. Die Hauptsorge des Botschafters ist, dass er die britische Königin für eine Wohlstandsveranstaltung gewinnen soll, die von der Frau eines hohen Funktionärs veranstaltet wird, der er seinen neuen Posten verdankt. Unweigerlich strebt dieses Vorhaben auf ein chaotisches Ende zu.
  Aber auch andere Botschaftsangestellte werden von Sogen geplagt, so hat sich der Koch überreden lassen, gegen gutes Geld einige gestohlene Gänse in seiner Kühltruhe aufzubewahren. Doch diese Gänse tragen Peilsender in sich, die gerade noch rechtzeitig vom Funker der Botschaft entdeckt werden. Bis auf eine Ausnahme, die ihre Verfolger auf einen recht abenteuerlichen Weg führt.
 
  Anscheinend braucht man im tristen Bulgarien eine Menge Humor, um dort leben zu können. Denn wie Dimitré Dinev, kann sich auch Alek Popov ohne Abstriche mit Erfolgsautoren wie John Irving oder T. C. Boyle messen. Bulgarische Autoren entwickeln sich offensichtlich zum Geheimtipp für intelligenten, literarisch gekonnt umgesetzten Humor. „Mission: London“ ist jeder Erfolg zu wünschen, damit wir auf weitere Schätze aus dieser unerwarteten Schatzkammer hoffen dürfen.

 

 

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