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Ana Cristina César
Dir zu Füßen

Karin Fischer Verlag
1997
Übersetzt von Mechthild Blumberg
120 Seiten


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Von Volker Frick am 13.08.2006

  Ana Cristina César, eine bemerkenswerte Dichterin Brasiliens - an einem schönen Juni-Tag 1952 in Rio de Janeiro geboren. Früh reist sie nach Europa. 1979 veröffentlicht sie im Selbstverlag zwei Gedichtbände in ihrer Heimat, einen weiteren ebenso 1980 in London. Sie übersetzt u.a. Gedichte von Sylvia Plath. 1982 erscheint A TEUS PÉS. Am 29. Oktober 1983 suizidiert sich die Dichterin.
  Das Faszinierende an den Gedichten von A.C. César ist gar nicht so leicht auszumachen. Prosagedichte, die aus ganz unterschiedlichen Textformen sich fügen, unterschiedliche Sprachen nutzen, häufig dialogisch angelegt sind, Tagebuchnotizen simulieren, autobiographische Aufzeichnungen zur Fiktion erklären. Poesie, die prosaisch die Autobiographie der Fiktion gegenüberstellt, beider Konturen verschwimmen lässt, aufklart in ein hermetisches Geständnis.
  In ihrem Nachwort nennt Mechthild Blumberg jene Namen auf die César anspielt: Simone de Beauvoir, Sartre, Anaïs Nin, Henry Miller. „Katherine Mansfield, Jack Kerouac, Machado de Assis sind in Träumen und Tagebuchnotizen präsent; der Einfluß Sylvia Plaths reicht bis zum Selbstmord.“ Ob letzteres so gesagt werden kann, faktisch nicht nur das Werk von Plath Einfluß auf César hatte, sondern ihr Suizid durch jenen von Plath beeinflusst wurde, halte ich für zweifelhaft, zumindest für eine steile These.
  Wenn auch die Übersetzerin jede Übersetzung als vorläufig benennt, so verweist sie doch darauf, „die so feinsinnige junge Dichterin Ana Cristina César einem deutschen Publikum“ nahe gebracht zu haben. Und so bodenständig fabulierend, so flirrend leicht dekonstruieren diese Gedichte eine Wirklichkeit, die eine, die es nicht gibt.
  So schrieb Mechthild Blumberg 1996 in einem Buchbeitrag „Für Ana Cristina César war die Realität Stein des Anstoßes und immer mehr Quelle der Qual. Schreiben war (neben den Sitzungen bei der Psychoanalytikerin) die einzig mögliche Therapie (ihre Notizhefte nannte sie selbst ‚cadernos terapeúticos’).“
  Das Murmeln vieler Stimmen Leider ist diese Sammlung von Gedichten aus dem Buchhandel verschwunden, selten antiquarisch greifbar, „doch bevor ich gehe, ziehe ich die Handschuhe aus, lege sie hier auf diese Stuhllehne.“

 

 

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