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Berndt Schulz
Engelmord

Aufbau Verlag
2006
349 Seiten
€ 8,95


Von Alfred Ohswald am 08.08.2006

  In einer künstlichen Grotte in einem Erlebnispark in Fulda wird eine ermordete junge Frau von einem alten Ehepaar gefunden. Einige Indizien deuten auf einen Ritualmord, doch Kommissar Martin Velsmann glaubt nicht an einen Hintergrund im Milieu der Sekten und Satanisten.
  Bald darauf lernt er die wunderschöne, junge Finnin Nena kennen, die ihm die abenteuerlichsten Geschichten über Missbrauch von ihrer Kindheit bis Heute erzählt. Doch Nena war Patientin einer psychiatrischen Klinik und ihre Glaubwürdigkeit ist deshalb mehr als fraglich. Mit der Zeit entwickelt sie sich zu einer Art Schlüsselfigur in dem Fall, sie taucht auf, gibt Velsmann ein paar Brocken an Informationen und verschwindet wieder von der Bildfläche. Wirklich alarmiert ist Velsmann aber, als es erfährt, dass das Mordopfer in der Grotte Nenas Schwester war.
  Als dann ein zweiter Mord passiert, werden die Ermittlungen deutlich forciert und die langsam auftauchenden Spuren deuten immer mehr auf den Mädchenhandel aus dem Osten für den deutschen Sexmarkt. Die finnische Heimat Nenas scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen.
 
  Schon Berndt Schulz’ erster Velsmann-Krimi Novembermord wurde weitgehend in den höchsten Tönen gelobt und er als deutscher Henning Mankell betitelt. Aber Morde mit einem gesellschaftlichen Hintergrund und gute, hintergründige Beschreibungen der Charaktere gibt es auch bei anderen Krimi-Autoren.
  Bernd Schulz verdient sich auch mit seinem zweiten Velsmann-Krimi alles Lob, wenn man ihm auch vorwerfen könnte, sich geradezu auf reißerischen Gesellschaftsthemen zu stürzen. War es im ersten Roman Satanismus, geht es hier um den Mädchenhandel aus dem Osten. Und eine etwas zu reißerische Darstellung kann man ihm auch hier vorwerfen, die Mädchen werden bei ihm durch Folter und Erpressung auf denkbar brutale Art gefügig gemacht. Aber in einem Roman ist eine etwas übertriebene, pointierte Beschreibung nicht unbedingt als negativ zu bekritteln.
  Eine spannende Handlung und eine Menge interessanter Charaktere hat auch dieser zweite Teil zu bieten, bei dem einiges auf ein Ende der Karriere von Velsmann hindeutet. Sicher einer der empfehlenswertern deutschsprachigen Krims des Jahres 2006.

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