Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Sara Douglass
Die Sternenbraut
Unter dem Weltenbaum 1
(Battleaxe. Book one of The Axis Trilogy, 1985)

Piper
2006
Übersetzt von Marcel Bieger
384 Seiten
€ 9,95


Von Alfred Ohswald am 26.07.2006

  Vor tausend Jahren eroberten die Menschen unter der Führung der Kirche ihres Gottes Artor ganz Achar und vertrieben die beiden Völker der, mit denen sie es bisher gemeinsam bewohnt hatten, die geflügelten Ikarier und die gehörnten Awaren. Sie fällten sämtliche Bäume und kultivierten das Land und wann immer die eines Angehörigen der beiden vertriebenen Völker, die sie jetzt die „Unaussprechlichen“ nannten, habhaft wurden, verbrannten sie ihn auf dem Scheiterhaufen.
  Aber plötzlich taucht eine neue Bedrohung im Norden auf. Die Kirchenführung glaubt an einen Angriff der Unaussprechlichen und schickt die „Axtschwinger“, ihre Elitetruppe unter ihrem jungen und fähigen Anführer Axis zur Unterstützung der Reichstruppen in den Norden. Vorher soll Axis allerdings versuchen, in einer geheimnisvollen Burg inmitten eines Waldes Informationen über ihren Gegner zu finden. In dieser Burg findet er zwei Geistliche Artors, die sich jedoch bald als etwas völlig anderes herausstellen, als der erste Anschein vermuten ließ.
  Der Gegner im Norden hat nichts mit den Unaussprechlichen zu tun, er ist weit gefährlicher und bösartiger und eine Prophezeiung kündigte sein Auftauchen an. In dieser Prophezeiung steht auch, dass nur ein Zusammenwirken der Menschen mit den Unaussprechlichen ihre völlige Niederlage abwenden kann. Axis und eine junge Adlige namens Faraday in seiner Begleitung spielen eine sehr wichtige Rolle dabei. Doch erst müssen sie die kirchlichen Doktrinen in ihrem Kopf abschütteln, die ihnen ihr Leben lang eingetrichtert wurden.
 
  Sara Douglass’ Fantasy-Epos beginnt recht vielversprechend, aber leider machen sich sehr bald einige für das Fantasy-Genre recht typische Klischees breit. Die böse Kirche mit der von ihr verbreiteten bösen Zivilisation gegen die guten, armen Naturvölker. Das konnte man schon bei Tolkien weit geschickter verpackt in ähnlicher Form lesen. Bei Sara Douglass kommt dieses Klischee allzu durchsichtig daher. Und natürlich darf das ultimative Böse nicht fehlen, dieses Mal nicht aus dem Osten sondern aus dem kalten Norden.
  Besonders vielschichtige Charaktere darf man sich dann kaum erhoffen. Relativ bald ist bei vielen Protagonisten klar, ob sie sich zu Helden oder Bösewichtern entwickeln werden. Einige Überraschungen wird sich Sara Douglass hier wohl vorbehalten haben aber grundsätzlich werden die Charaktere schnell in dieses Schema gepresst, sobald ihre Rolle klar ist. Wirklich nachvollziehbare Motivationen haben die Bösewichte selten, schon gar nicht der Oberbösewicht.
  Eine solide Fantasy-Geschichte aber nicht mehr am Puls der Zeit. Mit der modernen Fantasy George R. R. Martin, Steven Erikson, Lois McMaster Bujold oder Markolf Hoffmann, um auch einen deutschsprachigen Autor zu nennen, kann Sara Douglass sich nicht im Entferntesten vergleichen.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.