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Ulrich Khuon (Hrsg.)
Beruf: Schauspieler
Vom Leben auf und hinter der Bühne

Edition Körber-Stiftung
2005
368 Seiten


Von Manuela Sokele am 15.07.2006

  In dem Buch „Beruf: Schauspieler“, herausgegeben von Ulrich Khoun geht es um die Schauspieler, die in den letzten 25 Jahren mit dem begehrten „Boy-Gobert-Preis“ der Körber-Stiftung ausgezeichnet wurden. Doch hier geht es um mehr als um Texte über Schauspieler: „Beruf: Schauspieler“ zeigt die Preisträger von einer ganz besonderen Seite. Die Künstler stehen offen Rede und Antwort zu ganz persönlichen Themen, schildern in bewegenden Worten, warum sie gerade Schauspieler werden wollten und was das besondere an diesem Beruf ist.
 
  Jeder auch nur ein bisschen Theater-Interessierte sollte dieses Buch unbedingt gelesen haben, denn es gibt einen sehr umfassenden und doch immer wieder persönlichen Einblick in die Welt des Theaters und der Schauspieler. Eine weitere Besonderheit ist der Fragebogen von Hermann Schreiber, den ein Großteil der Schauspieler sehr offen beantwortet hat. Aber auch in den Texten, die von verschiedenen Theaterkennern verfasst wurden, erfährt man viel vom Zauber auf den Brettern, die die Welt bedeuten:
 
  Ein heikles Thema ist der Applaus, die einzige „direkte“ Bestätigung für den Schauspieler. C. Bernd Sucher schreibt über Hans Kremer: „... Deshalb verstört ihn kurzer Applaus nicht bloß, er demütigt ihn, denn die Zuschauer verweigern ihm damit just die Liebe, die er sich wünscht.“ Martin Wuttke sieht das ein wenig anders: „Man spielt ja nicht Theater, weil man den Applaus so gern hat, sonder weil man etwas bewegen kann.“ Michael Maertens meint dazu: „Ich will geliebt werden, ganz klar. Alles läuft beim Theater darauf hinaus. Ich gehe nicht auf die Bühne, um Shakespeare vorzuführen, sondern weil ich angeschaut werden möchte. Jedesmal hoffe ich, etwas zu bekommen- wovon, das weiß ich nicht. Es ist wohl Liebe, was ich will.“
 
  Auch die Frage „Sind berühmte Eltern ein Belastung?“ kommt zur Sprache. Susanne Lothar meint dazu: „Es war für mich keine Belastung. Es war eher eine Belastung für die anderen, die vielleicht manchmal auch ein bisschen eifersüchtig waren, die dann sagten: Ach ja, du mit deinen Eltern, da sind eh alle Türen offen. Da habe ich gesagt: Die Türen sind zwar offen, aber durchgehen muss ich alleine.“
 
  Caroline Ebers genießt es meistens, frei alles ausleben zu dürfen: Das ist doch toll: Dass man in einem geschützten Rahmen Dinge leben und ausprobieren darf, die man im Leben nie tun könnte.“ Dass Spielen aber nicht immer nur schön ist, weiß auch Paula Dombrowski: „Bei den Vorstellungen ist es manchmal schwer sich aufzuraffen. Manchmal ist es ein Job. Manchmal hat man keine Lust zu spielen. Aber das hängt sehr von den Abenden ab.“
 
  Unter dem Titel „Alle Kellner sind Schauspieler“ zeigt die Kulturjournalistin Monika Nellissen auf dass Schauspieler nicht immer nur auf der Sonnenseite des Lebens stehen: „Phasen der Arbeitslosigkeit und Unsicherheit sind also im Leben eines Schauspielers beinahe zwangsläufig vorprogrammiert. Sie gehören zum Berufsbild. Und nur ganz wenige Schauspieler sind von der Schule bis zur Erreichung der Altersgrenze durchgängig beschäftigt.“

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