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Bernhard Wolfe
Limbo
(1952)


Von Michael K. Iwoleit

  Die SF verdankt viele ihrer größten Schwächen und manche ihrer größten Triumphe ihrer Neigung, die großen, ultimativen Themen zu behandeln.
  In Bernhard Wolfes Roman geht es um den menschlichen Hang zur Selbstzerstörung in einem Jahrhundert des Terrors und der Gewalt. Es zeugt von der Ignoranz des Mainstream, daß der SF immer wieder Orwells "1984" oder "Huxleys Brave New World" als Musterbeispiele guter Science Fiction vorgehalten werden, diese wohl bedeutendste Antiutopie der amerikanischen Literatur aber notorisch übersehen wird (gegen die sich Huxley mit seinem Gegenentwurf in Gestalt eines edlen Wilden geradezu lächerlich ausnimmt).
  "Limbo" ist einer der meistunterschätzten und zu unrecht vernachlässigten Romane in der Geschichte der Science Fiction (für den deutschen Leser kommt hinzu, daß er bisher nur einmal - über vierzig Jahre nach dem Original - in einer mäßigen Übersetzung erschienen ist). David Pringle nannte ihn "the most ambitious work of science fiction, and one of the most successful, ever to come out of America." J.G.Ballard sprach vom besten SF-Roman, den er neben den Werken Bradburys je gelesen habe. Es ist ein düsteres Szenario einer Nach-Atomkriegswelt, in der die Menschen, um sich ihrer gewalttätigen Neigungen zu entledigen, sich die Gliedmaßen amputieren und durch Prothesen ersetzen lassen und in der doch alle bizarren Bemühungen um die Befriedung des Menschen nur in einen neuen Krieg münden.
  Es ist einer der ersten Romane, der die neue Gedankenwelt der Kybernetik für die SF erschlossen hat.
  "Limbo" blieb neben einigen Kurzgeschichten Bernhard Wolfes einziger Beitrag zur Science Fiction. Es ist bis heute eines ihrer anspruchsvollsten Bücher.

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