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Helga Dick / Lutz-W.Wolff (Hrsg.)
Lach doch wieder!
Geschichten, Anekdoten, Gedichte und Witze
(1993)

dtv
2006
170 Seiten
€ 7,50


Von Alemanno Partenopeo am 09.07.2006

  In diesem munteren Bändchen werden mehr als 40 Kurzgeschichten oder Anekdoten von ebenso munteren Schriftstellern erzählt. Das Repertoire reicht von Herbert Rosendorfers springenden Alleebäumen über Eugen Roths kranker Welt bis hin zu Ludwig Thoma oder Christine Nöstlinger. Ein Autorenlexikon am Ende des Bandes hilft zur weiteren Literaturrecherche, wenn man sich noch mehr von einem bestimmten Autor gönnen möchte.
 
  „Das Büblein klagte seiner Mutter: `Der Vater hat mir eine Ohrfeige gegeben.´ Der Vater aber kam dazu und sagte: `Lügst du wieder? Willst du noch eine?´“ Diese kleine Anekdote von Johann Peter Hebel und weitere andere sind zwischen die Kurzgeschichten eingefügt und erheitern unser Gemüt zusätzlich, besonders den faulen Lesern werden die Zweizeiler in diesem Bändchen sehr zusagen. Die wahren Perlen aber findet man in den etwas längeren Texten versteckt, etwa beim Meister der Posse und Ironie, Kurt Tucholsky. In seinem Text „In der Hotelhalle“ heißt es an einer Stelle etwa: „Das ist...Also das eine der wenigen großen Kokotten, die es noch auf dieser armen Welt gibt. Sie wissen ja, dass die Kokotten aussterben wie das Wort. Die bürgerliche Konkurrenz...“. Kaum können wir die Pointe erwarten, die sich nach zweimal Seitenwenden auch schon präsentiert: Nur der Psychologe ist eben ein Psychologe!
  An anderen Stellen des vorliegenden Bändchens sind auch ein paar Witze anonymer Herkunft dazwischen gelegt und frönen unseren Musestündchen. Und wie sagt Lisa Fitz so schon in unserer Mundart: „Ein Mensch, der allweil traurig is,/stört die anderen, ihre Welt kriegt an Riß,/weil s` durch den Mensch in an Abgrund schaun,/in den sie sich selber so lustig nie traun.“ Mit diesem Buch bewaffnet kann ihnen zumindestens nicht passieren, dass sie die anderen stören. Wer lacht, der zieht die Motten an wie das Licht!

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