Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Charles Stross
Singularität
(Singularity Sky, 2003)

Heyne
2005
494 Seiten
€ 8,95


Von Alfred Ohswald am 22.06.2006

  Die Menschheit wurde durch eine überlegene Intelligenz im 21. Jahrhundert zum Großteil über das halbe Universum zerstreut. Dort bildeten sich überlall neue, oft völlig unterschiedliche Zivilisation heraus. Die „Neue Republik“ ist ein monarchistischer Staat in der Tradition des zaristischen Russland mit strenger Unterdrückung und radikaler Technikfeindlichkeit, zumindest im zivilen Bereich.
  Eines Tages taucht eine völlig fremde Zivilisation, die sich „Das Festival“ nennt, über einer weit abgelegenen Kolonie der „Neuen Republik“ auf und erfüllt den Menschen sämtliche Wünsche im Austausch gegen „Unterhaltung“. Wobei „Unterhaltung“ sowohl eine schlichte Geschichte, eine philosophische Abhandlung als auch sonstige Information sein kann. Damit wird nicht nur die Regierung von einem Tag auf den anderen gestürzt, auch das alltägliche Leben wird völlig auf den Kopf gestellt und die Wünsche der Menschen nehmen immer absurdere Formen an.
  Der Kaiser der „Neuen Republik“ beschließt, militärisch einzugreifen und schickt seine modernsten Raumschiffe los. Rachel Mansour reist als Beobachterin der UN mit dem Diplomatenstatus geschützt mit und Maschineningenieur Martin Springfield soll das Schiff im Auftrag seiner Firma von der Erde etwas auf Vordermann bringen. Natürlich stoßen die beiden in dieser klaustrophobischen Gesellschaft auf eine geradezu panische Angst vor Spionen. Und diese Angst ist nicht ganz unberechtigt, haben doch beide besondere Aufträge für ihre Vorgesetzten zu erledigen.
  Ahnungslos, gegen welchen Gegner sie diesen Angriff wagen, sind die Befehlshaber der Flotte und auch völlig unfähig, die drohende Gefahr auch nur ansatzweise zu begreifen. Selbst Rachel und Martin haben nur eine wage Ahnung.
 
  Es dauert etwas, bis man sich in Charles Stross Roman hineingelesen hat, über weite Strecken geht es ziemlich zäh voran. Die Ideen sind originell und die Charaktere sind ausgezeichnet getroffen, gerade ihre teilweise karikaturhafte Überzeichnung sorgt manchmal auch für eine Prise Humor.
  Charles Stross gehört damit sicher zu den beachtlichsten, jungen Autoren. Ihn als *den* neuen Superstar des Genres zu bezeichnen, wie teilweise suggeriert wird, ist aber wieder eindeutig übertrieben. Er gehört zweifellos zu den erfreulichsten Entdeckungen aber steht darum noch nicht als einsamer Leuchtturm an der Spitze da. Es gibt auch noch andere Autoren im SF-Genre, die ebenso gute und bessere Romane schreiben als er.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.