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Georg Markus
Adressen mit Geschichte
Wo berühmte Menschen lebten

Amalthea
2006
384 Seiten
€ 24,90


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Von Jürgen Weber am 26.04.2006

  Die Geschichte von Marcel Prawys Plastiksackerln hat sich schon so oft herumgesprochen, dass eigentlich keiner mehr die genauen Umstände kennt, wie es eigentlich zu dieser Geschichte gekommen ist. Bei Georg Markus können Sie diese und noch viele andere „Urban Stories“ nachlesen, mit dem einen Unterschied, dass diese alle wahr sind und noch zudem gut recherchiert und meisterhaft erzählt. Ein wahres Lesevergnügen also, wenn Sie sich dafür interessieren, wie etwa Franz Joseph seinen Tagesablauf verbracht hat oder wie bescheiden etwa Heimito von Doderer gelebt hat.
 
  Georg Markus macht sich auf die Suche nach den Wohnorten berühmter Persönlichkeiten und erforscht wo und unter welchen Umständen ihre Meisterwerke entstanden sind. Gegliedert nach Schauspielern und ihren Regisseuren; Greißlern, Kaufleuten und Hoteliers; der Familie Habsburg; Musikern, Sängern und Musikliebhabern; Ärzten und ihren Patienten; prominenten Österreich-Besuchern wie auch Diktatoren und Demokraten; Malern, Bildhauern und Dichtern, Denkern und schließlich auch all jenen, die in kein Kapitel passten. Insgesamt sind es beinahe 200 Personen, deren Wohnadressen Georg Markus in akribischer Recherche ausfindig gemacht hat. Ergänzt durch ein Personenregister am Ende des Bandes, lässt sich auch ihr „Lieblingsstar“ leicht ausspionieren.
 
  Kaiser Napoleon ließ es sich natürlich nicht nehmen, in Schloss Schönbrunn zu nächtigen, er war ja einigen Luxus von Versailles her schon gewohnt. Immerhin 158 Tage hielt er sich während der Besetzung Wiens im Jahre 1809 dort auf. Eine Begegnung mit einem Bäcker und dem Kaiser wird hier kurz erzählt und sicherlich auch Sie zum Schmunzeln bringen.
 Ein anderer „Monarch“, der Kaffeeröster Julius Meinl II, wohnte im 17. und wurde nicht nur durch sein Imperium bekannt, sondern schrieb auch Schlagzeilen durch seine Heirat zur japanischen Gesangsstudentin Michiko Tanaka.
  Ein weiterer richtiger „Wiener“ war der Erfinder der „Frankfurter“, Johann Georg Lahner, der in 7. Wiener Bezirk wohnte. Eigentlich kam er erst mit 26 nach Wien, wo er sich in eine Baronin verliebte, die seine „Erfindung“ finanzierte. In seiner Selcherei auf der Neustiftgasse 111 taufte er sein Würstel „Frankfurter“ in Erinnerung an seine Lehrjahre in derselben Stadt. Weltweit bekannt wurde sie dann aber unter „Wiener“, genauso wie der Lahner halt. Weitere Geschichten amüsant und unterhaltsam erzählt finden Sie in vorliegendem Buch und Sie werden einiges mehr zu erzählen haben, wenn Sie das nächste Mal mit ihren Freunden durch die Stadt spazieren!
 
  Georg Markus lebt in Wien, wo er sich als Autor von Biographien, die bereits in viele Sprachen übersetzt wurden, einen Namen gemacht hat. Seine Bücher „Die ganz Großen“, „Die Enkel der Tante Jolesch“ und „Neues von gestern“ sind so erfolgreich, dass die Erstauflage meist schon vergriffen ist und der Verlag mit Drucken nicht mehr nachkommt. Vorliegendes Buch z. B. erschien erstmals im Herbst 2005 und ist im Frühjahr 2006 schon in der dritten Auflage

 

 

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