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Six Feet Under
Gestorben wird immer
(2002)

Schwarzkopf & Schwarzkopf
2005
197 Seiten
€ 19,90


Von Alemanno Partenopeo am 26.04.2006

  Alan Ball, der Schöpfer von „American Beauty“ hat diese meisterhafte und außergewöhnliche HBO-TV-Serie geschrieben und auch in Szene gesetzt. Längst wurde die vierte Staffel im deutschen Fernsehen gezeigt und die fünft läuft wohl gerade in den USA auf dem Sender HBO. Voraussichtlich bis Ende dieses Jahres müssen deutsche Seher allerdings noch warten, bis auch sie in den Genuss der Fortsetzung über die illustre Totengräberfamilie kommen.
 
  Nichts verkürzt die Wartezeit besser als dieses auf Deutsch bei Schwarzkopf & Schwarzkopf
 erschienene „Buch zum Film“. Obwohl ich normalerweise kein Freund dieses unschmeichelhaften Titels bin, muss ich sagen, dass dieses Buch sicherlich alle Fans der Serie mehr als zufrieden stellen wird. So erhält dieses „Begleitbuch“ nicht nur die gesamte Familiengeschichte der Familie Fisher (inklusive eines echten Stammbaums) von Nates und Davids Kindheit an bis zum Verschwinden von Lisa Kimmel, sondern es werden auch wichtige Alltagsereignisse mit Fotos, Korrespondenz und anderen „Erinnerungsstücken“ veranschaulicht. Nathaniels Briefe an Ruth aus Vietnam, die Chatprotokolle von Claire und Billy, Auszüge aus „Nathaniel und Isabel“ und „Charlotte Light and Dark“. Das Buch wurde vom Meister selbst, Alan Ball, und Alan Poul herausgegeben.
 
  Die Fotos aus der Kindheit oder vom Wohnhaus der Fishers, Zitate aus dem Film „Wir waren doch mal glücklich. Als die Jungs noch klein waren.“ oder Werbeinschaltungen des Leichenbalsams „Mylofix“ geben ein authentisches Bild einer nicht existierenden Filme und ihres tragikomischen Unternehmens. Vor allen Dingen funktioniert dieses Buch auch als Erinnerungsstütze an die einzelnen Folgen der Serie bis zum Verschwinden von Lisa Kimmel.
 
  „Die Umstände des Lebens und des Todes bleiben immer gleich. Wir leben und sterben, wir lieben und trauern, wir pflanzen uns fort und verschwinden. Und in diesen wesentlichen Kräften suchen wir einen Sinn, bewahren unsere Erinnerungen, hinterlassen Aufzeichnungen für diejenigen, die sich an uns erinnern werden.“
 
  Ein besseres Schlusswort wäre mir auch nicht eingefallen. Ein schönes Buch zu einer ernsthaften Serie, die sich auf tragikomische Weise mit einer Sache beschäftigt, die uns eines Tages alle gleich betreffen wird. Bis die Fortsetzung mit der fünften Staffel auf die deutschen Bildschirme kommt haben wir noch genug Zeit in den Erinnerungen, die uns dieses Buch beschert zu schwelgen und uns auf die ernsthaften Seiten des Lebens auf eine pietäts- und würdevolle Weise einzustellen. Alan Ball ist damit wirklich eine Gratwanderung gelungen, die seinesgleichen sucht. Die Familie Fisher ist uns Serienfamilienmitgliedern ans Herz gewachsen und wir können es mit diesem schönen Buch leichter erwarten, die Fortsetzung noch zu erleben. Für alle die selbst noch keine Familie oder nicht mehr haben sei diese Serie empfohlen, da sie wahrscheinlich zum Authentischsten gehört, was das amerikanische Fernsehen geschaffen hat. In Six Feet Under finden alle Minderheiten der Gesellschaft eine würdige Entsprechung und obwohl das Thema natürlich völlig politisch unkorrekt und tabubelastet ist, gelingt es Alan Ball, es dennoch politisch korrekt und natürlich rüberzubringen. Gratulation von dieser Seite des Atlantiks und Danke für die Blumen!

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