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Dirk Wittenborn
Bongo Europa
Memoiren eines zwölfjährigen Sexbesessenen

Dumont
2006
Übersetzt von Angela Praesent
96 Seiten
€ 7,50


Von Volker Frick am 05.04.2006

  Unwillkürlich fühlt man sich an ein berühmtes Buch von Salinger erinnert. Der amerikanische Autor Dirk Wittenborn erzählt uns die autobiographisch angehauchte Geschichte einer amerikanischen Mittelklassefamilie. Nein, erzählt wird uns diese Geschichte vom 12jährigen Dirk. Sein Vater, Psychologieprofessor, besucht mit seiner Frau einmal jährlich Europa. Die Pharmaindustrie bezahlt diese Reisen, denn schließlich hilft die Forschung seines Vaters „die freie Welt pillensüchtig zu machen“. Nebenwirkung: Die Eltern trinken zum Essen plötzlich Wein, und die Mitbringsel (u.a. Lederhosen) sind auch sehr merkwürdig. Und sie verschwinden nun häufiger im Schlafzimmer. Die Eltern, nicht die Lederhosen.
  Nachdem die ältere Schwester als erzieherische Maßnahme nach Italien expediert wurde, da sie mit dem Sohn des Müllmanns der Uni, an der sein Vater arbeitet, geschlafen hat, oder haben soll, also bei der nächsten Reise nach Europa sind Dirk und sein dicker Bruder, der Brüste hat, mit von der Partie.
  Es ist das Jahr 1964. In Amsterdam hat Dirk im Museum seine erste Erektion anläßlich der Betrachtung einer Diana-Statue. Bildungsreise: wie Dirk seinen zeitweiligen Priapismus abarbeitet ist schon arg lustig. Und doch, ganz so einfältig wie Dirk uns seine ersten (auto)sexuellen Regungen beschreibt, ist er dann doch nicht. Die „Memoiren eines zwölfjährigen Sexbesessenen“, so der Untertitel, unterlaufen jegliche Erwartungshaltung. Lustig erzählt, leider ist dieses Buch zu dünn. Klasse Lesefutter. Gute Unterhaltungsliteratur.

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