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Rolf Breuer
Samuel Beckett

Fink
2005
202 Seiten
€ 22,90


Von Volker Frick am 28.03.2006

  In Adornos „Negative Dialektik“ ist auf Seite 362 zu lesen: „Versuche der Sprache, den Tod auszudrücken, sind vergebens bis in die Logik hinein; wer wäre das Subjekt, von dem da prädiziert wird, er sei jetzt, hier, tot.“ Man mag da schon an jenen Schriftsteller denken, dessen Endspiel Adorno zu verstehen suchte. Oder mit Pascals „Ich suche nur meine eigene Nichtigkeit zu erkennen“ vergelten. Oder enden mit Samuel Beckett selbst und einer Zeile des frühen Gedichts „Serena“: „es ist zwecklos die Augen zu schließen“.
  Rolf Breuer nähert sich Samuel Beckett in seiner Einführung qua literaturwissenschaftlicher Theorie, was darob nicht weniger lesbar ist. Im Gegenteil, die Lektüre wirft einiges an interessanten Aspekten zum Werk dieses Autors auf. Breuer nimmt die Aussagenlogik zur Hand, stellt Becketts künstlerische Entwicklung dar, beleuchtet deren philosophischen Hintergrund, und erläutert sowohl die Zirkularität als auch die Paradoxie im Werk Becketts. Und er kommt dem ästhetischen movens dieses Autors damit recht nahe.
  Wirklich neue Erkenntnisse birgt dieses Buch nicht, was aber auch daran liegen mag, das Rolf Breuer vor ziemlich genau 30 Jahren bereits ein Buch mit dem Titel „Die Kunst der Paradoxie“ veröffentlichte, dort ging es um Sinnsuche und Scheitern bei Samuel Beckett. Seither hat der Autor sich stetig mit dem Literaturnobelpreisträger von 1969 beschäftigt und über ihn publiziert. Seit 1988 ist er im Beirat der International Beckett Foundation.
  In diesem Buch sind 19 bisher unveröffentlichte Photographien von Wilhelm Pabst wiedergegeben. Alle diese Aufnahmen von Beckett entstanden 1966 während der Dreharbeiten zu „He, Joe“ beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. In toto ein fundiertes literaturwissenschaftliches Buch, welches dem interessierten Leser durchaus allerhand an theoretischem Rüstzeug bietet, um diesem Klassiker der Moderne resp. seinem Werk einiges an Verständnis abzuringen. Der immensen Sekundärliteratur zu Beckett - nach Kafka dürfte er wohl den zweiten Platz in dieser Kategorie einnehmen - hat Rolf Breuer ein weiteres Buch hinzugefügt. Dieses empfiehlt sich durchaus.

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