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Vernor Vinge
Die Tiefen der Zeit

Heyne
2006
796 Seiten
€ 15,- [D]


Von Alfred Ohswald am 26.03.2006

  Der Titel mag etwas irreführend sein, es handelt sich nicht um einen weiteren Roman aus dem Universum, in dem „Eine Tiefe am Himmel“ und „Ein Feuer auf der Tiefe“ spielen. Zumindest nicht im engeren Sinn, „Die Tiefen der Zeit“ ist eine Sammlung der Erzählungen des erfolgreichen Science-Fiction-Autors.
  Allerdings ist auch hier bei den meisten Geschichten eine grobe Linie der literarischen zukünftigen Entwicklung der Menschheit Vinges sichtbar. Das beginnt mit einem großen, vernichtenden Krieg auf der Nordhalbkugel der Erde und geht bis „Die Plapperin“, dass eine Art Fortsetzung von „Ein Feuer auf der Tiefe“, obwohl es deutlich früher erschien. Aber, das Vinge Fortsetzungen in zeitlich umgekehrter Reihenfolge schreibt, ist ja nichts Neues.
  Besonders die meist – für Erzählungen – recht komplexen Hintergründe zeigen hier schon, dass Vinge sich in Richtung umfangreichere Romane entwickelt. Der Anfang der Karriere als Autor von Erzählungen für SF-Magazine ist ja typisch für das Genre, obwohl heute manche Autoren nicht mehr diesen klassischen Pfad beschreiten. Vinge, obwohl im deutschen Sprachraum noch nicht allzu lange wirklich berühmt, beschritt noch diesen traditionellen Weg. Selbst die älteren Erzählungen weisen sich schon durch hohe Qualität aus und zeigen sein Können als Erzähler spannender Geschichten mit komplexen, intelligenten Hintergrund.
  Manchmal – besonders in „Die Unregierten“ zeigt sich Vinges Sympathie für den Anacho-Kapitalismus, die so eigentlich fast nur in den USA und recht häufig bei SF-Autoren vorkommt. Die hier offensichtlich unrealistisch positive Gesellschaftsordnung gehört zu den Schwächen Vinges. Es ist ziemlich offensichtlich, dass einige gesellschaftlich notwendige Dinge, wie wissenschaftliche Grundlagenforschung und erst recht soziale Dienste, wie ein funktionierendes Gesundheitssystem in einem solchen System praktisch kaum umsetzbar wären.

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