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William Shakespeare
Ein Sommernachtstraum
Neu erzählt von Barbara Kindermann. Mit Bildern von Almut Kunert

Kindermann Verlag
2005
36 Seiten
€ 15,50


Von Richard Niedermeier am 23.03.2006

  In der warmen Luft einer Sommernacht spielen manche verrückt, vor allem, wenn noch die Liebe mit in dieses Spiel kommt. Shakespeare hat solche Possen in seinem „Sommernachtstraum“ auf die Bühne gebracht, und Barbara Kindermann hat dieses so unglaublich poetische Stück aus dem Tollhaus der Leidenschaften für Kinder übertragen; Almut Kunert hat es meisterhaft in zarten Farben und durchaus dem Stück entsprechend keck illustriert.
  Da können zwei für einander bestimmte Paare nicht zusammen kommen, nur weil ein Vater für seine Tochter keinen verträumten Dichter zum Ehemann haben und wider alle Herzenstriebe einen anderen durchsetzen will. Und als ob das nicht schon genug Ärger mit sich brächte, kochen auch im Reich des Feenkönigs Oberon die Gemüter über: Oberon streitet sich mit seiner Frau Titania um einen hübschen Knaben, den diese nicht hergeben will. Deshalb beauftragt Oberon den Kobold Puck, durch zauberische Taschenspielertricks Titania bis zur Lächerlichkeit vorzuführen, damit sie nachgibt. Aber in solch einer Nacht geht eben alles schief; die Liebespaare geraten bei ihrer Flucht in den Wald in dieses feenhafte Intrigenspiel hinein, und bald darauf sind die Falschen verzaubert und verbandelt. Nein, wie muß sich Oberon doch anstrengen, alles wieder ins rechte Lot zu bringen; aber natürlich, wie könnte es bei einer Kommödie auch anders sein, gelingt das. Die Richtigen finden zusammen und alles löst sich in einem rauschenden Fest der Menschen wie der Feen und Waldgeister.
  Barbara Kindermann hat das Leichte, Luftige und Scherzhafte dieser Shakespeare-Kommödie so überzeugend und mit einem untrüglichen Sinn für das Wesentliche eingefangen, daß diese Übertragung ohne weiteres auch als Anleitung für eine szenische Darstellung des Sommernachtstraumes dienen könnte. Mit solchen Büchern, wie sie der Kindermann seit inzwischen zehn Jahren herausgibt, werden Kinder nicht nur mit Weltliteratur vertraut; sie atmen auch Bühnenatmosphäre und wachsen in das große Spiel der Kommödien und Tragödien hinein.

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