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George R. R. Martin
Dead Man River
(Fevre Dream, 1982)

Fantasy Productions
2006
Übersetzt von Michael Kubiak
413 Seiten
€ 24,- [D] 24,70 [A]


Von Alfred Ohswald am 24.02.2006

  Mitte des 19. Jahrhunderts war die große Zeit der prächtigen Raddampfer auf dem Mississippi und Abner Marsh betrieb eine Handelsgesellschaft mit mehreren solchen Schiffen. In einem überdurchschnittlich kalten Winter zerstörte Eis aber fast alle seine Schiffe, nur ein eher kleiner und schon alter Dampfer blieb ihm.
  In dieser Situation – nahe dem Ruin – bekommt er von dem weltmännisch auftretenden Joshua York ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann. York beteiligt sich zur Hälfte an seiner Gesellschaft und finanziert den Bau eines prächtigen, schnellen neuen Schiffes. Dafür muss Marsh das etwas exzentrische Verhalten von York und seinen seltsamen Gästen auf dem Schiff akzeptieren, ohne Fragen zu stellen.
  Natürlich fängt dieses seltsame Verhalten – York und seine Gäste lassen sich nur nachts blicken und es kommt zu tagelangen, unangekündigten Aufenthalten, in denen York vom Boot verschwindet – irgendwann an, Marsh zu verärgern. Er beginnt York nachzuspionieren und wird dabei erwischt. Auf sein seltsames Verhalten angesprochen, erzählt York Marsh schließlich eine reichlich seltsame Geschichte über Vampire, die er angeblich jagt. Aber das ist noch nicht die ganze Wahrheit, wie Marsh auch richtig vermutet. Aber die Wahrheit – die York dann Marsh doch noch preisgibt, ist noch haarsträubender.
 
  Früher ein halbwegs bekannter Autor im Science-Fiction-Genre und heute für seine Fantasy-Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ berühmt, hat Martin sich hier auch einmal im verwandten Horror-Genre versucht. Sonst recht gewohnte, wenn auch sehr gut gelungene Kost, ist doch seine Hauptfigur – ein sturer, hässlicher und fetter Mann – einigermaßen ungewöhnlich. Trotzdem hat man keinerlei Probleme, mir ihr mitzufiebern.
  Der Roman erschien bereits in deutscher Sprache unter dem Titel "Fiebertraum" und wurde jetzt von Fantasy Productions im Rahmen seiner Gesamtausgabe von George R. R. Martin neu als Hardcover herausgebracht. Wie diesem ganzen Unterfangen, ist auch diesem Roman viel Erfolg und viele Leser zu wünschen. Martin hat hier zwar noch nicht den Höhepunkt seiner Schaffenskraft, wie in „Das Lied von Eis und Feuer“, erreicht, lesenswert sind seine frühren Werke aber allemal.

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