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Bernhard Sinkel
Der dritte Sumpf

dtv
2005
255 Seiten
€ 14,- [D] 14,40 [A]


Von Alfred Ohswald am 03.02.2006

  In seinem zweiten Spionage-Thriller – dem Nachfolger von „Bluff“ – lässt Bernhard Sinkel Raoul Levkovitz in eine Intrige des CIA gegen einen arabischen Terroristen im Jemen geraten. Raoul kennt diesen Ahmed bin Salim al-Amir aus seiner Schulzeit in der DDR und soll ihn für den CIA aufspüren, ohne dass er etwas davon ahnt. Als Köder dient seine Geliebte Dorothy, die absichtlich in die Geiselhaft der Terroristen getrieben wird.
 
  Auch dieser zweite Teil ist wieder recht gut gelungen und erinnert insgesamt von Stil und Handlung an bekannte, amerikanische Thriller-Autoren. Nur die Feindbilder sind deutlich differenzierter, bei Sinkel kommen besonders die Amerikaner nicht gut weg, was ja in Europa gerade ohnehin eher im Trend liegt. Was für das Thema „Arabischer Terrorismus“ mindestens im selben Ausmaß gilt. Eigentlich überraschend, dass der Verlag das nicht mit dem Cover irgendwie deutlicher zeigt. Weder Titel noch Titelbild weisen auf den ersten Blick auf das brandaktuelle Terrorismus-Thema hin.
  Weniger ausgewogen sind die meisten Charaktere, da neigen die Bösewichte schon ziemlich zu klischeehaften Typen. Auch hier sind wieder besonders die Amis betroffen, die ihre Negativhelden scheinbar direkt bei James Bond & Co. ausgeliehen haben.
  Auch einige Handlungen des sonst so ausgebufften Helden Raoul wirken etwas eigenartig, wenn er scheinbar sein Gehirn geradezu beim Fenster rausschmeißt, sobald es um seine Partnerin Dorothy geht. Natürlich sind auch stark emotionell beeinflusste Handlungen glaubhaft, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Wenn in einem Beispiel den Lesern vom ersten Augenblick klar ist, dass es sich um eine Falle handelt, sollte ein Profi doch auch auf diesen Gedanken kommen. Hier hätte sich der Autor bei manchen Situationen schon etwas mehr einfallen lassen, um den Helden in die gewünschte Situation zu bringen.

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