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Douglas C. Coupland
Girlfriend in a coma

Flamingo
1998
281 Seiten
£ 6.99


Von Martin Klinkhardt am 06.09.1999

  "Keinem blieb seine Gestalt" (Ovid, Met.I,17). Ob Douglas Coupland Ovid gelesen hat, weiß ich nicht. "Girlfriend" bringt den Leser zu dieser Vermutung, und zwar nicht, weil inhaltliche Parallelen aufträten, sondern weil auch hier nichts so bleibt, wie es ist.
  Der Geist eines siebzehnjährigen Schulsportstars eröffnet den Roman und stimmt den Leser so darauf ein, dass hier kaum knackige Sprüche a la "Generation X" kommen werden, sondern eher mit mystischen Erfahrungen zu rechnen ist. Kann das gut gehen? Ja, es ist hervorragend gelungen. Was passiert noch? Da ist (ein Markenzeichen von Coupland) ein Freundeskreis von Highschoolern um Richard und Karen, die seit einiger Zeit von verstörenden Visionen von der Zukunft heimgesucht wird. Wenige Stunden nach ihrem "ersten Mal" fällt die Siebzehnjährige für alle überraschend ins Koma. Während ihre Freunde die Schule abschließen und ein mittelmäßiges Leben führen, liegt sie jahrelang im Pflegeheim im Koma. Um sie herum verändert sich die Welt, schnell, drastisch. Wie wird Karen reagieren, wenn/falls sie aufwacht? Ich will nicht alles vorwegnehmen.
  "Girlfriend in a coma" zeigt, daß Couplands Stil auch in völlig anderer Thematik nicht unpassend ist. Dazu tritt eine fesselnde, alptraumhafte Handlung. Wenn's nicht so eine abgedroschene Äußerung wäre, würde ich nun sagen, "Girlfriend" zeige einen gereiften Coupland. Aber weil das nichts aussagt, empfehle ich dieses Buch als unglaubliche Lektüre für den nahenden Herbst.
 
  "What did Karen see that December night? What pictures of tomorrow could so disturb her that she would flee into a refuge of bottomless sleep? Why would she leave me? Knock knock. Who's there? It's me, Karen. No joke. No punchline - C'est moi. Will you come out? Or will you let me in?"

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