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Douglas C. Coupland
Generation X. Tales for an accelerated culture
(1991)

Abacus
1995


Von Martin Klinkhardt

  Das Buch, das der Gruppe der zwischen 1960 und 1970 Geborenen den Namen gab (oder war es umgekehrt? Macht mich bitte klüger!). Gekauft habe ich mir das Buch 1994, und immer wieder gelesen.
  Was gibt es da zu lesen? Claire, Dagmar (ein MANN) und Andy, der Erzähler, leben gemeinsam im heißen, trockenen und erdbebengefährdeten San Fernando Valley. Alle drei sind Mittzwanziger, die ihre gesicherten, aber uninspirierenden Berufe aufgegeben haben und hierher gezogen sind, um sich mit McJobs (eine Tätigkeit im Dienstleistungssektor mit schlechter Bezahlung, schlechtem Prestige, schlechtem Selbstwert, schlechten Extraleistungen und ohne Zukunft) über Wasser zu halten und dabei ein Ziel zu verfolgen: "to decomplicate life".
  Sie wissen genau, was sie nicht wollen, und scheinen nur schemenhafte Vorstellungen davon zu haben, wie sie erreichen, was sie wollen.
  In ihrer kleinen Welt erzählen sie einander Geschichten ("disturbingly funny tales"), die ihr verkorkstes Innenleben reflektieren.
 
  Der Roman ist anziehend, weil er die innere und die äußere Welt von Claire, Dagmar ("I'm a lesbian trapped inside a man's body") und Andy glaubhaft zeigt; seine Sprache ist spritzig und frisch, aber nie übermäßig flippig. Dazu kommen die Treffsicherheit von Pointen und der leicht elegische Unterton.
 
  Lest selbst:
  There is no weather in Palm Springs - just like TV. There is also no middle class, and in that sense the place is medieval. Dag says that every time someone uses a paper clip, fabric softens the laundry, or watches a rerun of "Hee Haw" on TV, a resident somewhere here in Coachella Valley collects a penny. He's probably right.
  Claire notices that the rich people here pay the poor people to cut the thorns from their cactuses. "I've also noticed that they tend to throw out their houseplants rather than maintain them. God. Imagine what their -kids- are like." Nonetheless, the three of us chose to live here, for the town is undoubtedly a quiet sanctuary from the bulk of middle-class life. And we certainly don't live in one of the dishier neighborhoods the town has to offer. No way. There are neighborhoods here, where, if you see a glint in a patch of crew-cut Bermuda grass, you can assume there's a silver dollar lying there. Where -we- live, in our little bungalows that share a courtyard an a kidney-shaped pool, a twinkle in the grass means a broken scotch bottle or a colostomy bag that has avoided the trashman's gloved clutch.
 
  Inzwischen habe ich mir mehrere Ausgaben von "Generation X" angesehen und muß sagen, daß mir "meine" noch am besten gefällt. Das Format ist zwar ungewöhnlich (20x23cm), aber der breite Rand läßt die Marginalbemerkungen nicht so hineingequetscht wirken. Von einer Übersetzung würde ich abraten; es ist nicht leicht, Coupland gut zu übersetzen, und was ich bisher gesehen habe, fällt ab gegen den englischen Text.

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