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Paul Feyerabend
Wissenschaft als Kunst

Suhrkamp
1984
168 Seiten
€ 9,-


Von Hubert Lazelberger am 08.12.2005

  Paul Feyerabend, geboren 1924 in Wien und gestorben 1994 in der Schweiz, war ein österreichischer Philosoph und Wissenschaftstheoretiker.
  Feyerabend überträgt in seiner Schrift Wissenschaft als Kunst die Kunsttheorie von Alois Riegl, der die Kunst als Produktion gleichberechtigter Stilformen versteht, auf die Wissenschaften. Die Wissenschaften sind für Feyerabend eine Frage des Stils. Ebenso wie in der Kunst kann auch in der Wissenschaft nicht objektiv über den Wert eines Stils geurteilt werden. Feyerabend versucht aus einer begrifflichen Einheit, die den Wissenschaften oft auferlegt wird auszubrechen, um dadurch Fächerübergreifend Schlüsse zu Ziehen. Gerade die Wissenschaft solle nicht durch eine scharfe Unterteilung von der Kunst getrennt werden. Die These die das unterstützt lautet, dass alle Fächer zuerst „Künste“ waren, schon unter den Griechen gab es die Kunst des Heilens oder die Kunst der guten Rede. Themen die von der Kunst aufgegriffen werden, wie diese aber die heutige Wissenschaft sieht und behandelt, werden dargestellt und gegenübergestellt. Stark kritisiert Feyerabend auch die Tatsache, dass Theorien gebildet werden und daraus Entscheidungen resultieren, die Vorstellungen, Wünsche und Gefühle von gewöhnlichen Menschen übergehen. Dass Theorien nicht in Verbindung mit Menschen konstruiert werden, sondern häufig nur mit deren „Karikaturen“ (der Arbeiter, der ökonomische Mensch) wie es Feyerabend formuliert. Eher sollten Menschen direkt auf Theorien einwirken und sie, durch einen demokratischen Konsensus mitbestimmen.
  Diese Schrift stellt ein breites Spektrum an Ansichten, Analysen und Interpretationsansätzen dar. Einerseits werden Paradigmen aus der Kunst aufgegriffen und in Zusammenhang mit einzelnen Wissenschaften gebracht, andererseits behandelt das Buch geopolitische Probleme und Erscheinungen für die der Autor, in einer Kombination von Wissenschaft und Kunst Lösungswege vorschlägt und neue Perspektiven eröffnet.
  Gerade die Kunst war und ist schon immer ein Mittel gewesen, um historische und gesellschaftliche Begebenheiten zu reflektieren. Deshalb ist und bleibt sie unabdingbar für das Verstehen des modernen Zeitgeistes.

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