Rob Alef Bang Bang stirbt
Shayol
Von Christian Pree am 28.11.2005 Kurzkurzkritik: Wilde Geschichte mit einigen sehr skurrilen Ideen. Berlin, irgendwann in naher Zukunft. Es regiert eine Oligarchie von Ständevertretern. Die Rote-Bete-Fraktion, radikale Veganer, verüben Terroranschläge auf die Fleischmafia. Bisher war das Verwüsten von Fleischereien ihre Strategie, jetzt aber haben sie den Panda des Zoologischen Gartens entführt und drohen mit seiner Ermordung, wenn nicht alle Tiere des Tierparks freigelassen werden. Kommissar Pachulke und sein Team ermitteln, es gibt ein paar Tote, und die Spur zum Panda führt bis in die Politik... Ich vermute, daß ich einiges des Lokalkolorits gar nicht ausreichend würdigen kann, da ich die Hintergründe nicht kenne. Aber auch so war der Roman höchst amüsant zu lesen. Es ist nicht nur ein Krimi, sondern sprüht auch vor skurrilen Ideen. Vom Problem der Entführer, dem Panda sein gewohntes Menü zu besorgen (nein, Bambus allein ist es nicht), bis zur Berliner Methode, Gebäude billig abzureißen. Ob der Roman SF ist? Irgendwie schon, und doch auch wieder nicht. Er wurde sicher nicht als SF-Roman geschrieben, sondern als Satire auf die Gegenwart, aber er enthält mehr als ausreichend SF, und vor allem originelle SF-Versatzstücke, um auch für SF-Leser interessant zu sein. Und wenn ich es mir recht überlege, dann könnte ein intelligenter Panda auch für Fantasy-Interessenten ein Leseanreiz sein. Lesenswert.
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