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Andreas von Rétyi
Geheimakte Gizeh-Plateau

Kopp Verlag
2005
269 Seiten
€ 19,90


Von Klaus Richter am 26.11.2005

  Mysteriöses soll sich auf dem Gizeh-Plateau nahe Kairo abspielen: Eine anonyme Gruppe, die ihre Identität auch vor Archäologen geheim hält, soll unter der Cheops-Pyramide nach längst verschollenen Räumen und geheimen Gängen forschen. Autor Andreas von Rétyi begibt sich auf die Suche und forscht nach Hinweisen auf derartige Aktivitäten. Informationen sickern nur hinter vorgehaltener Hand durch, und wenn man dem Autor Glauben schenkt, dann verbirgt sich hinter alledem eine großangelegte Verschwörung, die das Ziel verfolgt, die Wahrheit über die altägyptische Geschichte zu vertuschen. Wahrheit oder Fiktion? Letzteres ist nach gründlicher Lektüre des Buches der Fall. Wieder einmal müssen die drei Pyramiden von Gizeh, der Sphinx und andere Errungenschaften der altägyptischen Kultur für grenzwissenschaftliche Spekulationen und Verschwörungstheorien herhalten.
  Die Faszination gerade der Pyramiden auf Grenzwissenschaftler war und ist enorm. Obgleich beinahe 200 Jahre wissenschaftliche Erforschung dieser Bauwerke viele Fragen geklärt hat (so ist beispielsweise heute unbestritten, dass die Pyramiden von Gizeh, wie alle übrigen Pyramiden des alten und neuen Reiches, von Menschenhand geschaffene Grabmale ägyptischer Könige waren), hat sich daneben eine grenzwissenschaftliche Parallelwelt etabliert, die – wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz – stets von Neuem gerade die Pyramide des Cheops und den Sphinx mystifizieren. Vielen Menschen fällt es schwer zu glauben, dass gerade die monumentalen Pyramiden des Cheops und des Chephren von Menschen mit einer primitiven Technologie errichtet wurden, um einem König als Grabstätte zu dienen (so auch auf S. 39: „Jeder, der zum ersten Mal vor der Cheops-Pyramide steht, wird allein schon von ihrer schieren Größe überwältigt sein. Wie konnten Menschen der Steinzeit das fertig bringen? Konnten sie überhaupt? Nein, das kann nicht sein!“). Da fällt es leichter, die menschliche Leistung zu ignorieren und Außerirdische oder ominöse, kaum greifbare diluviale Hochkulturen für die Schöpfung dieser Bauwerke verantwortlich zu machen. Viele der Bücher, die im Fahrwasser dieser Phantasiewelt entstehen, bieten kaum etwas Neues. Immer und immer wieder werden längst wiederlegte Spekulationen neu aufgewärmt und der Leserschaft als Rätsel präsentiert. Einige Beispiele, die sich auch in vorliegendem Buch wiederfinden: Das Orion-Rätsel (S. 222 ff.), die „Fälscherlegende“ um die Cheops-Kartusche in den Entlastungskammern der Cheops-Pyramide (S. 241 f.), der „schlafende Prophet“ Edgar Cayce, der Aussagen über geheime Kammern unter dem Sphinx gemacht hatte (S. 99 ff.) und die „Giza Mauer“, die erstmals von Risi und Paganini in ihrem Buch „Die Giza Mauer“ mit einer grenzwissenschaftlichen Verschwörungstheorie gekoppelt wurde (S. 249 ff.). Natürlich darf auch der für derartige Bücher typsicher, nahezu blinde Glaube an den Wahrheitsgehalt insbesondere arabischer Schriften aus dem Mittelalter fehlen (vgl. nur S. 56, 67 ff.). Mögen Historiker wie Al-Makrizi so manchen heute nachprüfbaren Bericht überliefert haben, schwelgen sie sich dort häufig derart aus, dass sie beinahe schon den „Klassikern“ von „1001-Nacht“ zugeordnet werden können. Daher verwundert es nicht, wenn sie gerade in grenzwissenschaftlichen Kreisen einen Nährboden finden und – allen Erkenntnissen wissenschaftlicher Forschung zum Trotze – für bare Münze genommen werden (vgl. nur den Kommentar bei Stadelmann, Die Pyramiden (1997), S. 265).
  Lassen wir die übrigen grenzwissenschaftlichen Pyramidenbücher hinter uns und widmen wir uns diesem einen. Auffallend ist zunächst das Fehlen von Fundstellen und Belegen. Dem Leser werden Behauptungen vorgesetzt, die er offenbar unkritisch glauben soll (was ja bei den Leserkreisen, die von derartigen Büchern angesprochen werden, auch regelmäßig der Fall ist). Da berichtet uns Rétyi beispielsweise auf S. 147 ff. von einer „Kinnaman-Story.“ Die soll sich 1938 zugetragen haben, als der große britische Ägyptologe William F. Petrie mit einem Archäologen namens John Ora Kinnaman einen Geheimraum in der Cheops-Pyramide betreten haben, der bereits 1925 betreten worden sein soll. Dies soll sich „laut einigen Quellen“ (S. 147) so zugetragen haben, doch welche Quellen sind das? Das behält der Autor für sich. Die Cheops-Pyramide ist inzwischen allerdings gründlich erforscht worden, eine derartige „Geheimkammer“ wurde bislang nicht gefunden und ist wohl auch sehr unwahrscheinlich - wenn auch Grenzwissenschaftler hier sicher wieder mit Verschwörungstheorien kommen werden (der eigenen Paranoia sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt). Nur sollte man denen keinen Glauben schenken, da sich in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur nicht der geringste Hinweis auf derartige Vorkommnisse findet und man die „Kinnaman-Story“ guten Gewissens ins Reich der Sagen und Legenden verbannen kann.
  Ein weiterer Beleg für unbelegte Behauptungen ist die Geschichte der „Felderkundung“, die Rétyi, sein Mitarbeiter Manuel Strapatin und ein ominöser Ägyptologe namens „P“ (S. 185 ff.) nächtens in unterirdischen Kammern und Gängen auf dem Gizeh-Plateau durchführten. Wer ist „P“? Die Identität bleibt verborgen, damit auch die reale Existenz. Die Aussagen von „P“ sind unbelegt, mögen, wie „P“ selbst, Erfindungen sein und sind daher nicht brauchbar.
  Gehen wir nun der Reihe nach einige Behauptungen durch, die der Autor in seinem Buch macht und prüfen sie auf ihre Stichhaltigkeit.
  Auf S. 51 beschreibt der Autor das Eindringen eines vom Kalifen al-Ma’mun organisierten Stoßtrupps in die Große Galerie der Cheops-Pyramide: „Links und rechts eines breiteren Mittelschachtes verlaufen schmalere Gänge, die zur Galeriewand hin in regelmäßigen Abständen rechteckige Lochungen aufweisen. Was hatte das nun wieder zu bedeuten? Bis heute gibt es nur unbewiesene Theorien.“
  Welche Theorien das sind, verschweigt uns der Autor. Also wieder ein neues Mysterium?
 Ein Blick in allgemein zugängliche Sachbücher über Pyramiden im Allgemeinen und die Cheops-Pyramide im Speziellen hilft uns weiter. In dem Bildband „Eine Stätte für die Ewigkeit“ von Michael Haase (Zabern 2004), der sich ausführlich der Cheops-Pyramide, ihrem Umfeld und ihrer Erforschung widmet, finden wir auf S. 37 ein Bild dieser Lochungen. Diese dienten allem Anschein nach als Aufhängung für die Haltevorrichtungen einer rampenartigen Holzkonstruktion, mit der die Blockiersteine bis zum endgültigen Verschließen der Pyramide in Position gehalten wurden (vgl. ebd., S. 36 f.). Rekonstruktionszeichnungen finden sich in Haase, Das Vermächtnis des Cheops (2003), S. 129 (Abb. 30) und in Verner, Die Pyramiden (1999), S. 228.
  Auf S. 72 erklärt der Autor, der Besucher der „Großen Pyramide“ (gemeint ist die Cheops-Pyramide; mit dieser auch im englischsprachigen Raum geläufigen Bezeichnung, die sich in vielen grenzwissenschaftlichen Büchern findet, lässt sich offenbar gut die Urheberschaft des Cheops leugnen) werde diese eher ernüchtert verlassen, denn es finde sich dort keine offiziell zugängliche, in Stein gemeißelte Hieroglyphe. Ähnliches findet sich auf S. 241 ff. Die Argumentationsschiene liegt klar vor Augen: Die großen Tempel und Gräber des Neuen Reiches in Theben und im Tal der Könige offenbaren uns ihre Urheber durch offizielle Inschriften. Jeder Pharao versuchte, den anderen in der Selbstdarstellung zu übertreffen, aber kaum einem gelang dies so gut wie Ramses II. Als Gegenpol dazu die Cheops-Pyramide: In diesem monumentalen Bauwerk findet sich nicht eine offizielle Inschrift, die auf Cheops als Bauherrn hinweist. Stammt die Pyramide vielleicht gar nicht von ihm? Doch halt, in einer Entlastungskammer oberhalb der Königskammer findet sich eine Kartusche mit dem Namen des Königs! Also ist er doch der Bauherr? Nicht so schnell: Da in der grenzwissenschaftliche Sicht der Dinge Cheops nicht der Bauherr der Pyramide sein kann und darf, wird diese Kartusche kurzerhand zu einer Fälschung durch den britischen Forscher Howard Vyse erklärt. Diese „Fälscherlegende“, die der amerikanische Grenzwissenschaftler Sitchin in Umlauf brachte, ist längst wiederlegt worden und dennoch nicht mehr aus der Welt zu bekommen. Auf die Widerlegung wird hier nicht eingegangen, sie wird ausführlich beschrieben in Haase, Das Vermächtnis des Cheops (2003), S. 155 ff. Die Kartusche ist echt, es handelt sich um eine Bauarbeiterinschrift. Und dass sich keine Inschriften in der Cheops-Pyramide befinden, verwundert nicht: Das war in der 4. Dynastie nicht üblich. Inschriften befanden sich stattdessen in den Totentempeln, die zu den Pyramiden gehören wie das Eigelb zum Eiweiß. Viele dieser Tempel gerade aus der 4. Dynastie sind fast völlig zerstört, doch Hinweise finden sich auch in den umliegenden Gräbern von Beamten und Familienangehörigen des Königs, so beispielsweise im Grab des Kar, einem Priester aus der 6. Dynastie. In dem Grab, das jedermann zugänglich ist, stellt sich Kar der Nachwelt mit seinen Titeln vor: "Aufseher der Pyramidenstädte von Cheops und Mykerinos", "Priester der Chephren-Pyramide" und "Gärtner von Pepi I. Hier wird die Pyramidenstadt des Cheops genannt, wobei wir von Kar auch die altägyptische Bezeichnung für die Cheops-Pyramide erfahren: "Achet Chufu" - "Horizont des Chufu". Typisch für Autoren des grenzwissenschaftlichen Spektrums ist, dass sie die Pyramide des Cheops aus diesem Umfeld herauslösen und somit natürlich das Mysterium einer inschriftenlosen Pyramide entsteht. So geschehen auch in diesem Buch.
  Auf S. 78 dokumentiert der Autor seine (jedenfalls im Buch zur Schau getragene) Unkenntnis über die religiösen und politischen Verhältnisse in der 4. Dynastie. Dort wird dem Leser die – seit Herodot – wohlbekannte Geschichte vom machtbesessenen, egozentrischen König, besessen von einem „Pyramiden-Komplex“ (ebd.), aufgetischt – verbunden mit der altbekannten Behauptung, die Pyramiden können doch nicht einfach nur Gräber gewesen sein. Nun, Hinweise aus den Pyramiden und vor allem aus ihrem Umfeld zeigen, dass sie es waren! Und wer sich die Mühe macht, in die religiösen Vorstellungen der Menschen in der 4. Dynastie einzusteigen, wird schnell erkennen, dass es nicht darum ging, einem tyrannischen, komplexbeladenen und machtgierigen Herrscher ein Grabmal zu errichten, sondern dass dieses ein religiös motiviertes Projekt war, das die gesamte ägyptische Gesellschaft erfasste und in heutiger Zeit durchaus vergleichbar ist mit dem Wettrennen zum Mond (wobei hier nicht die Religion, sondern der Kalte Krieg der „Motor“ war).
  Auf den S. 89 ff. referiert der Autor den Pyramidenbau unter Snofru, dem größten Pyramidenbauer unter den ägyptischen Königen und dennoch von den Grenzwissenschaftlern oftmals sträflich vernachlässigt. Erich von Däniken bezeichnete Snofrus Pyramiden in „Die Augen der Sphinx“ (1998, S. 159) einmal lapidar als „Übungs-Pyramiden“, dabei hatte Snofru weitaus mehr Steine verbaut als Cheops, ihm gelang auch der Bau der ersten echten Pyramide (die „Rote Pyramide“ in Dahschur). Fröhliche Urständ feiert hier zunächst die von Ägyptologen längst ad acta gelegte Theorie Mendelssohns, die heutige Form der Meidum-Pyramide erkläre sich daraus, dass der Böschungswinkel für die Verkleidung zu steil gewählt worden war und diese daher abrutschte. Kein Ägyptologe vertritt heute noch ernsthaft diese Theorie, inzwischen wird davon ausgegangen, dass Snofru die Meidum-Pyramide zunächst als Stufenpyramide errichtete und später dann, während des Baus der Knick-Pyramide, als „Testobjekt“ für eine Verkleidung benutzt wurde. Die heutige Form erklärt sich aus einem gezielten Steinraub im mittleren und neuen Reich (vgl. dazu nur Verner, S. 189 f.; Haase, Das Feld der Tränen (2000), S. 152 ff.). Ebenso überholt sind die Ausführungen des Autors zur „Knick-Pyramide“ in Dahschur (S. 92), hinzukommen Spekulationen, die sich angesichts neuer Forschungsergebnisse als völlig haltlos erweisen: Die „Knick-Pyramide“ soll nicht allein aus „Knickrigkeit“ (S. 93) gebaut worden sein, nach Ansicht von Experten (welcher?) habe die Pyramide insgesamt neun Flächen erhalten und symbolisiere so die große „Neunheit“, den Reigen der altägyptischen Urgötter. Das mag glauben, wer will, heute ist klar, dass es sich bei dem Projekt „Knick-Pyramide“ um den ersten Versuch handelte, eine echte Pyramide zu bauen, der aber mit vielen Problemen zu kämpfen hatte: Zu steiler Böschungswinkel und instabiler Untergrund. Das führte dazu, dass nach dem ersten sogar ein zweites Kammersystem gebaut wurde; insgesamt erwies sich die Pyramide aber als ungeeignet für die Bestattung des Königs (ganz sicher hatte Snofru keinen „Knick in der Leitung“, wie der Autor meint (S. 92)); erfolgreich war erst der Bau der „Roten Pyramide“ in direkter Nachbarschaft zur „Knick-Pyramide“. Hier zeigten sich die Erfahrungen, die Snofrus Baumeister mit der Pyramide in Meidum und dem gescheiterten Pyramidenprojekt in Dahschur gewonnen hatten (empfehlenswerte Lektüre dazu: M. Haase, Das Feld der Tränen, Berlin 2000).
  Auf den S. 215 ff. begegnen uns zahlreiche Spekulationen über und um den Sphinx von Gizeh, wobei auch die altbekannte „Orion-Theorie“ Robert Bauvals wieder auftaucht (S. 225). Bauval glaubt, die drei Pyramiden von Gizeh und weitere Pyramiden stellen das Sternbild des Orion dar, wobei der Nil die Position der Milchstraße einnehme. Die so dargestellte Konstellation zeige den Himmel über Gizeh etwa 12.000 v. Chr. Dabei wurde allerdings vergessen (oder ignoriert), dass die alten Ägypter unser Sternbild des Orion gar nicht kannten; sie sahen hier ganz andere Sternkonstellationen! „Unser“ Orion kommt aus dem antiken Griechenland. Es spielt also gar keine Rolle, ob eventuell die drei Gürtelsterne des Orion in den letzten 12.000 Jahren eine Veränderung der Leuchtkraft erfahren habe, wie der Autor zur Stützung der „Orion-Theorie“ anführt (S. 223 f.). Zu den übrigen Spekulationen über den Sphinx passt ein Zitat von Michael Haase (Im Zeichen des Re (1999), S. 127 f.:
  „Von je her war der Sphinx von Giza von Legenden und Mythen umnebelt, die seine ursprüngliche Bedeutung entstellten. (...) Selbst noch heute bemühen sich vereinzelte, ihn im Bannstrahl des ewig währenden Mythos der Cheops-Pyramide mit künstlich konstruierten Geheimnissen und Rätseln zu überladen, um ihn letztlich als Objekt ihrer eigenen Phantasien und Weltanschauungen medienwirksam und öffentlichkeitsnah zu mißbrauchen.“
  Mehr ist dazu nicht zu sagen!
  Auf S. 188 heißt es zu unterirdischen Anlagen im Umfeld der Gizeh-Pyramiden: „Hier gibt es so viele Rätsel unter dem Sand, von denen nicht einmal ortskundige Facharchäologen etwas wissen. Hier gibt es unterirdische Anlagen, über die nicht publiziert wurde (...).“
  Man fragt sich, woher der Autor das weiß? Es stimmt schlichtweg nicht, denn über die „unterirdischen Anlagen“ (bei denen es sich um Grabanlagen aus allen ägyptischen Epochen handelt) gibt es Veröffentlichungen im Rahmen des Giza-Archiv-Projekt (vgl. dazu ein Interview mit Peter Der Manuelian vom Museum of Fine Arts, Boston, in Sokar 10) und von Porter und Moss.
  Zum Abschluss noch eine Behauptung, die Kopfschütteln hervorruft. Auf S. 259 lesen wir: „Ein Ägyptologe, der schon lange auf dem Plateau tätig ist, erklärte uns einmal zum Giza Mapping Project, man habe natürlich davon gehört, doch zu den Ergebnissen wisse man auch als ‚gewöhnlicher Archäologe‘ nichts.“
  Geheime, mysteriöse Aktivitäten auf dem Gizeh Plateau? Mitnichten. Ein solches Statement kann wohl kaum von einem Ägyptologen kommen, der lange auf dem Plateau tätig ist (wer soll das sein?), denn das Giza Mapping Project (GMP) ist durchaus bekannt und lässt sich ohne weiteres im Internet recherchieren. Dahinter steckt nicht irgendeine ominöse Geheimorganisation, sondern niemand anderes als der amerikanische Ägyptologe Mark Lehner. Auf der Webseite „http://oi.uchicago.edu/OI/PROJ/GIZ/Giza.html“ lassen sich schon seit einigen Jahren Informationen zum GMP abrufen, frei zugänglich für jedermann. Dazu gibt es sogar seit 1993 „Annual Reports.“ Und auf der Homepage von Mark Lehner finden sich unter der Adresse „http://www.aeraweb.org/“ ebenfalls Informationen zum GMP. Also: Nichts Ominöses, Geheimnisvolles, Mysteriöses. Spätestens hier zeigt sich, dass es auch Rétyi um nichts anderes geht, als im Schatten der Pyramiden (und auf Kosten der alten Ägypter) eine Verschwörungstheorie zu entwerfen mit geheimnisvollen Bösewichtern und rätselhaften Operationen. So etwas könnte vielleicht Chris Carter für seine Fernsehserie „Akte X“ interessieren, mit den wirklichen Verhältnissen in Gizeh hat all das nichts zu tun. In dem Buch finden sich noch zahlreiche weitere Spekulationen, sie jedoch hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen dieser (ohnehin schon sehr langen) Rezension bei weitem sprengen. Daher soll hier mit einem Fazit abgeschlossen werden:
  Bei dem neuen Buch von Rétyi handelt es sich um eine Aneinanderreihung von Behauptungen und Spekulationen, die jeder Grundlage entbehren und in letzter Konsequenz nur dem Ziel dienen, eine weitere Verschwörungstheorie im Umfeld der Pyramiden von Gizeh zu platzieren. Für den Erkenntnisgewinn ist dieses Buch daher nicht geeignet und wird nur die Leser faszinieren, die ohnehin ihr gefestigtes grenzwissenschaftliches Weltbild haben. Alle übrigen mögen sich überlegen, ob sie ihr Geld nicht sinnvoller investieren.

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