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Norman Spinrad
Little Heroes
(1987)

Lübbe
1992
Übersetzt von Michael Kubiak
682 Seiten


Von Alfred Ohswald am 11.11.2005

  Automatisierung, Neoliberalismus, Globalisierung und die Aktienmärkte haben die amerikanische Gesellschaft weitgehend zugrunde gerichtet. Nur mehr wenige Menschen können sich ein halbwegs normales Leben leisten, die Masse vegetiert - mit Gratisrationen am Leben gehalten – am Rande der Existenz dahin. Bewacht von bewaffneten Sicherheitsdiensten gehören in den Slums Kriminalität, Drogen und Gewalttätigkeit zum Alltag. Die wenigen verbliebenen, ständig vom Verlust ihrer Jobs bedrohten Arbeiter – hauptsächlich im Computerbereich – stehen immer knapp vor dem Absturz in diese Armut.
  Der Medienkonzern MUZIK beherrscht das Pop-Geschäft und versucht, einen völlig elektronischen Rockstar zu erschaffen. Dabei soll ihnen die, schon in die Jahre gekommene, ehemalige Rocksängerin Glorianna O’Toole behilflich sein. Widerwillig, aber das Geld dringend benötigend stimmt sie zu und macht sich mit zwei jungen, unansehlichen Computerfreaks an die Arbeit.
 
  Norman Spinrad, einer der kritischsten und auch umstrittensten Köpfe unter den Science-Fiction-Autoren, hat hier ein düsteres Bild einer Gesellschaft beschrieben, wie sie die momentane Automatisierung, Globalisierung und andere Trends in der Wirtschaft entstehen lassen könnten. Vor diesem Hintergrund erzählt er eine Liebeserklärung an der Rock & Roll und eine sarkastische Abrechnung mit dem modernen Musikbusiness.
  Neben seinen gesellschaftskritischen Ansätzen, fallen bei Spinrad besonders seine gelungenen, gut beschriebenen Charaktere auf. Und in diesem Roman auch die schon etwas zu reichlich eingesetzten, ziemlich deftigen Sexszenen. Little Heroes“ ist nicht unbedingt Spinrads Meisterwerk, lesenwert ist es aber ohne Frage.

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