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J.G. Ballard
The Voices of Time
(1960)


Von Michael K. Iwoleit

  Mehr noch als "The Terminal Beach" (1962) ist Ballards bekannteste Novelle die Quintessenz der englischen Science Fiction in den Sechzigerjahren und eine thematische Fundgrube aller Schlüsselmotive der New Wave-SF. Ballard hat das Motiv Entropie, bis dahin ein nüchterner physikalischer Begriff aus der Thermodynamik, zur Metapher für eine zunehmend in Unordnung geratene Welt, zum Untergang verurteilte Welt gemacht (ähnliches gelang im Mainstream Thomas Pynchon mit seiner 1960 erschienenen Erzählung "Entropy") und damit dem Fortschrittsoptimismus der konventionellen SF eine pessimistische Antithese entgegengesetzt.
  In "The Voices of Time" empfängt die Erde die Lebenscountdowns fremder Intelligenzen, welche das Ende der Welt ankündigen. Klimatische Veränderungen entlocken der DNA der irdischen Geschöpfe verborgene Potentiale, die ihnen das Überleben auf einer veränderten Erde möglich machen könnten.
  Der Protagonist, einer von Ballards typischen lethargischen Antihelden, wagt ein kühnes Experiment zur Mobilisierung seiner eigenen "toten Gene" und erreicht im Moment des Todes das Ziel seiner Bewußtseinsreise.
  "The Voices of Time" ist ein Meisterwerk der sinnlichen und motivischen Verdichtung. Es gibt keine überflüssige Zeile, kein nebensächliches Detail. Alle Einzelheiten reflektieren einander und ergänzen sich zu einem Vexierbild, das zu den kunstvollsten in der Science Fiction gehört.

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