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Herta Burger-Ringer
Drogerie zum Schwarzen Hund

Böhlau Verlag
2005
240 Seiten


Von Margarethe Herzele am 03.11.2005

  Sie haben a l l e ihrer Schicksale! Die mangels im 1.Weltkrieg weggeschossener Männer ledig gebliebene Tante mit dem vollen brauen Haarschopf und dem absolvierten Doppelstudium, wie ein Cerberus die Drogerie der Schwester hütend, welche wiederum den geliebten Mann und Vorbesitzer derselben, der – aus begründeter Angst vor den Nazis – Selbstmord beging, beerbt hatte...Das süße kleine Ding, Töchterchen mit blonden Locken, das es aus dem niederösterreichischen Hollabrunn nach Kärnten zur ebenso fröhlichen wie kurzsichtigen Großmama kam – einer pensionierten Handarbeitslehrerin, die, nach arbeitsreichem Wirken am Kraigerberg, einer armen evangelischen Enklave, nach St. Veit /Glan in ein blumenumrahmtes Knusperhäuschen gezogen war...
 
  Als aus dem kleinen Mädchen eine kleine Frau geworden, verschlug es die schon früh selbst zur Witwe gewordene Mutter nach Neuseeland, und schließlich, in neuer Ehe, nach Mexiko...
 
  Anhand dieses, mit liebevoller Hand freilich etwas zu detailreich geschilderten Lebensberichts, geschieht ZEITZEUGENSCHAFT, die, auch gut mit Fotos und Quellenangaben belegt, - eine durchaus interessante Ergänzung zu bereits bekannten historischen Fakten bildet. Freilich hätte man sich ein solches Buch schon Jahre früher gewünscht. Wenngleich j e d e s Buch, das heute den Nachgeborenen Auskunft darüber gibt, wie sehr der Nationalsozialismus bis in die tiefsten familiären Verästelungen hinein seine verheerenden Wirkungen gezeigt hatte, zu begrüssen ist.

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