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Brian W. Aldiss
Barefoot in the Head
(1969)


Von Michael K. Iwoleit

  Auf die jüngere Generation wirkt die kulturelle Radikalität der Endsechziger, sofern sie sie überhaupt noch zur Kenntnis nimmt, fast schon antiquiert. Das mag ein Grund dafür sein, daß Brian Aldiss' bester Roman, eines der kühnsten sprachlichen Experimente in der SF und Ausdruck einer aufgeladenen Atmosphäre aus Rebellion, Drogen und Rock'n'Roll, nur für die wenigsten heutigen Leser nachvollziehbar ist.
  BAREFOOT IN THE HEAD könnte man mit einiger Berechtigung als das FINNEGANS WAKE der Science Fiction bezeichnen, eine Sprenung der konventionellen Erzählsprache, eine Prosa-Orgie aus unzähligen Wortspielen, Neologismen und Anspielungen (und daher eine mörderische Herausforderung für jeden Übersetzer, der die bisher vorliegende deutsche Fassung, gelinde gesagt, nicht annähernd gerecht wird - ob je eine neue erscheinen wird, ist eher fraglich).
  Brian Aldiss ist eine Art Idealtypus des modernen SF-Autors, allgemein literarisch gebildet einerseits, mit den Traditionen des Genres vertraut andererseits und ein glänzender Erzähler.
  In BAREFOOT IN THE HEAD, der Geschichte eines Gurus wider Willen, der durch ein mit halluzinogenen Drogen bombardiertes Europa einen musikalischen Kreuzzung unternimmt, hat er nach eigenen Aussagen seine ganzen literarischen Erfahrungen in die Waagschale geworfen. Das Buch mit einigen der stärksten Prosapassagen in der gesamten Science Fiction hat aber nie die ihm gebührende Anerkennung gefunden.

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