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Noam Chomsky
The Attack
Hintergründe und Folgen

Europa Verlag
2004
99 Seiten
€ 9,90


Von Alemanno Partenopeo am 22.10.2005

  Als "Ayatollah des antiamerikanischen Hasses" hat der republikanische Kommentator David Horowitz Noam Chomsky einmal bezeichnet. Diesen Ruf hatte Chomsky in den Augen seiner Kritiker einmal mehr bestätigt, als er nach dem 11. September 2001 die These vertrat, die Terroranschläge seien eine logische Folge der amerikanischen Außenpolitik gewesen.
  Noam Chomsky nimmt uns als aufmerksamer Zeitungsleser diese Aufgabe ab und analysiert und kontextualisiert diese für uns Leser. Der 11. September sei ein Ereignis, weil die USA an diesem Tag zum ersten Mal seit 1812 auf dem eigenen Territorium angegriffen wurden. Die Ausmaße des Attentats hingegen stünden für Chomsky hinter denen anderer Taten, zum Beispiel der Bombardierung einer Pharma-Fabrik im Sudan durch die USA, zurück. Oder sehen wir uns die Mittel- und Südamerika-Außenpolitk der USA an. Laut Chomsky sei die Präventivschlag-Doktrin gegen den Irak ja nichts neues, schon die Indianer hätten das spüren müssen und auch Hitler sei mit dem Versprechen von Freiheit und Wohlstand gekommen, als er die Sudetendeutschen in der Tschechei “befreite”, und Kennedy sei in Zentralamerika mit Methoden vorgegangen, die „direkt aus den Handbüchern der Nazis stammten“. Natürlich ist eine Aufrechnung hirnrissig, aber Noam Chomsky bedient sich dennoch bloßer Zahlen, um den Medien Futter zu geben: Die 3000 Toten der chilenischen Diktatur würden, hochgerechnet auf die US-Bevölkerungszahl der US, ca. 50 000 Opfer bedeuten, der 11. 9. 1973 sei also viel schlimmer als der 11. 9 2001. Wie der 11. September aus Noam Chomskys Sicht weiter zu bewerten ist, lesen Sie hier erstmals auf Deutsch in der verdienstvollen Reihe des Europa-Verlages, der bisher die meisten deutschsprachigen Chomsky-Bücher herausgegeben hat. Die USA werden – laut Chomsky – „ (...) weiterhin multilateral handeln, wenn es möglich ist, aber unilateral, wenn es nötig ist“. Eine außenpolitische Wende der USA ist auch in der neuen Amtsperiode nicht zu erwarten.

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