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Rebecca Gablé
Die Hüter der Rose

Ehrenwirth
2005
1115 Seiten
€ 24,90 [D] 25,60 [A]


Von Alfred Ohswald am 11.10.2005

  John Waringham ist der mit Abstand jüngste der Söhne von Robin Waringham und fühlt sich oft im Schatten seiner mittlerweile angesehenen Brüder. Besonders sein lebenslustiger Bruder Raymond ist als enger Vertrauter des Königs Harry (Henry V.) sein großes Vorbild. Als John glaubt, auf ein Kloster geschickt zu werden, reißt er zu seinem Bruder nach London, an den Hof des Königs aus. Sein Vater verzeiht ihm und er beginnt seine Ausbildung als Knappe am königlichen Hof.
  Schon seit einiger Zeit plant König Harry den schon Jahrzehnte langen Krieg um die Krone Frankreichs zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen und als es soweit ist, zieht John mit in den Krieg. Vor der Schlacht bei Azincourt, bei der die erschöpften Engländer von einer deutlich überlegenen Streitmacht der Franzosen gestellt wurden, wird der junge John zum Ritter geschlagen und kämpft seine erste Schlacht. Nicht zuletzt dank ihrer „Wunderwaffe“, der Bogenschützen, gelingt den Engländern, trotz Unterlegenheit, ein glänzender Sieg. Aber der Krieg ist noch lange nicht vorbei und John sollte noch einige Jahre im Feld verbringen. Besonders eine grausame Gefangenschaft, der er nur knapp lebend entkommt, prägt ihn auf Jahre hinaus in seiner Einstellung gegenüber den Franzosen.
  Aber auch am englischen Hof, wohin er schließlich zurückkehrt, ist es alles andere als ungefährlich mit den zahllosen Machtkämpfen und Intrigen. Nur seine glückliche Ehe und das Gestüt seines Vaters, das mittlerweile seinem Bruder Raymond gehört, bieten ihm manchmal einen verlässlichen Hafen der Ruhe.
 
  Nach dem etwas weniger geglückten „Die Siedler von Catan“ schließt Rebecca Gablé mit „Die Hüter der Rose“ fast direkt an ihren Bestseller „Das Lächeln der Fortuna“ an. Die Hauptfigur Robin Waringham aus „Das Lächeln der Fortuna“ ist der mittlerweile schon alte Vater des Helden von „Die Hüter der Rose“ und ihre Familie und die der Lancasters stehen wieder im Mittelpunkt der Geschehnisse. Der englische König Henry V. ist sogar ein Lancaster und einer seiner engsten Verbündeten, der Kardinal von England, ebenfalls.
  Rebecca Gablé versucht nicht krampfhaft eine völlig objektive Sicht dieses Abschnitts der englischen Geschichte, den vor allem der hundertjährige Krieg prägte, darzustellen. Das würde bei einem historischen Roman wohl auch kaum funktionieren, wo es Helden braucht, mit denen sich die Leser zumindest weitgehend identifizieren können. Sie beschreibt ihre positiven Figuren zwar nicht als durchgehend glänzende Figuren und Charaktere mit durchaus nicht immer nur netten Eigenschaften. Generell gibt es bei ihr aber schon einen deutlichen Unterschied zwischen den „Guten“ und den „Bösewichten“, der sich etwas von den historischen Persönlichkeiten unterscheiden mag oder zumindest teilweise ihre freie Interpretation ist.
  Mit „Die Hüter der Rose“ ist sie auf ihr ureigenes Gebiet im historischen Roman – der englischen Geschichte im Mittelalter – zurückgekehrt und hier zeigen sich auch wieder ihre Qualitäten. Nur gegen das Ende des Romans entsteht etwas der Eindruck, dass sie nach gut 1000 Seiten versuchte, möglichst schleunigst zu einem Ende zu kommen. Verständlich - und es schadet diesem herrlichen Schmöker kaum.

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