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Robert Gernhardt
Ich Ich Ich
(1992)

Hörverlag
2005
€ 19,95 [D] 20,70 [A]


Von Alfred Ohswald am 05.10.2005

  Robert Gernhadt, der wohl beliebteste Verseschmied Deutschlands - zumindest, was die noch Lebendigen betrifft - hat mit „Ich Ich Ich“ ein hauptsächlich in Form der Prosa verfasstes Buch geschrieben. Man kann es auch einen Roman nennen, aber vielleicht trifft es die Bezeichnung satirische Essays am besten.
  Sein Thema ist dabei der Künstler und damit nicht zuletzt auch oft er selbst. Der vorherrschende Ton ist die Ironie und auch hier wieder nicht selten die Selbstironie. Mit einigem Aberwitz macht sich Gernhardt über die Selbstverliebtheit und ausufernde Selbstbetrachtungen – besonders in der Literatur – her. Um es auf die Spitze zu treiben, beschreibt er sich auch im 3. Kapitel gleich selbst in Form eines vielfachen Ichs (der geduldige Robert, der zornige Robert, der neidische Robert usw.). Dieses 3. Kapitel handelt übrigens von einem Aufenthalt in Italien. Die Reise dorthin wird im 2. Kapitel erzählt, das einzige, sehr kurze Kapitel auf den 2 CDs in Versform. Dort trifft der Künstler natürlich wieder auf andere Künstler, was den Gesprächsstoff untereinander ziemlich einengt. Im letzten Kapitel zieht er mit einer Geschichte für einen kleinen Jungen eine Art Resümee.
  Im 4. Kapitel besucht ein Schriftsteller des Nachts ein Kommissariat der Kriminalpolizei, um für ein Hörspiel zu recherchieren und gerät dabei bald höchstpersönlich in Mordverdacht. Dabei teilt Gernhardt kräftig gegenüber renommierten und berühmten Autoren aus Gegenwart und Vergangenheit aus. Immer mit einem Augenzwinkern natürlich - allzu heftige Attacken sind nicht sein Stil. Gernhardt schmunzelt über eigene und fremde Schwächen, er prangert nicht an. Was nicht heißt, dass es seine sympathische, bescheidene Liebenswürdigkeit nicht oft faustdick hinter den Ohren hat.
  Da Robert Gernhardt selbst ein ganz hervorragender Sprecher ist, liest er diese sehr stark gekürzte Hörbuchversion – eigentlich kann man nur mehr von Ausschnitten sprechen – dankenswerter Weise selbst. Zumindest bei seinen eigenen Texten könnte ihm wohl kaum jemand das Wasser reichen.

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