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Jürgen Roth / Michael Sailer
Deep Purple

Hannibal
2005
526 Seiten
€ 27,90 [D] 28,70 [A]


Von Alfred Ohswald am 10.09.2005

  Die Rockgruppe Deep Purple wurde gerne und oft unterschätzt als wenig progressive Hard-Rock-Band für den Alltagsgebrauch - angesiedelt irgendwo zwischen Led Zeppelin und Uriah Heep. Wegen den mittlerweile schon ziemlich zu Tode gespielten „Smoke on the Water“ sind sie auch über die Grenzen der Hard-Rock- und Metal-Fans hinaus bekannt.
  Bekannt waren sie einst auch durch zwei ihrer Mitglieder und die ständigen Reibereien zwischen ihnen. Der auch nicht ganz einfache Egomane Ian Gillan kam ums Verrecken nicht mit dem genialen Gitarristen und noch um Größenordungen exzentrischeren Megaegomanen Richie Blackmore zurecht. Reichlich Stoff für die einschlägigen Magazine. Dieser ewige Streit war der Hauptgrund für relativ häufige Wechsel in der Besetzung und ein vorläufiges Ende der Band 1976. Auch ihre Reunion 1984 drohte zu zerbrechen, bis das unleidliche Genie Blackmore die Band 1993 endgültig verließ.
  Musikalisch steckt in der Band deutlich mehr, als die bekannten Hits vermuten lassen. Besonders als Live-Band sind sie bis heute ein Ereignis. In der Vergangenheit wechselte die Qualität ihrer Auftritte meist von Gig zu Gig – nicht zuletzt wegen der Kapriolen Blackmores, aber diese Zeiten sind seit dem Einstieg von Steve Morse vorbei. Sie haben sich bei ihren Konzerten auch dem geänderten Publikumsgeschmack angepasst und spielen nicht mehr die bei Hardrock-Bands in den 70er-Jahren beliebten, endlos langen Versionen ihrer Songs.
 
  Die beiden Autoren beschreiben die Geschichte der Band in einem angenehm lockeren, nie in peinliche Flapsigkeit abdriftenden Stil, ohne alles über Gebühr erst zu nehmen. Dies wäre auch aufgrund der zahllosen, sich widersprechenden Zitate der diversen Bandmitglieder ein reichlich hoffnungsloses Unterfangen. Dort scheint „was interessiert mich mein Blödsinn von gestern“ das prägende Motto zu sein. Aber amüsant sind die – hauptsächlich bei Blackmore – nicht immer freundlichen Kommentare allemal. Solange man sie eben nicht zu ernst nimmt.
  Es gibt eine relativ ausführliche und professionelle Rezension zu jedem von Deep Purple herausgebrachten Album. Die hier klein & schwarz-weiß abgedruckten Platten-Cover sind auch die einzigen Illustrationen in dem Buch. Platzschinden gibt es hier also an keiner noch so kleinen Ecke. Trotzdem hätten einige Bilder das Buch eher noch aufgewertet. Als praktisch perfekte Ergänzung ist hier der bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienene Bildband geeignet, der ohnehin beim Text seine schwache Seite hat.

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