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Len Fisher
Der Versuch, die Seele zu wiegen
und andere Sternstunden von Forschern und Fantasten
(Weighing the Soul. The Evolution of Science Beliefs, 2004)

Campus Verlag
2005
Übersetzt von Carl Freytag
263 Seiten
€ 24,90 [D] 25,60 [A]


Von Alfred Ohswald am 02.09.2005

  Len Fisher zeigt hier an 7 Beispielen wissenschaftliche Auseinandersetzungen aus der Vergangenheit, die aus heutiger Sicht – zumindest auf den ersten Blick – teilweise reichlich kurios anmuten. Und doch steckt auch in mancher falscher, heute geradezu lächerlicher Überzeugung oft ein gutes Stück kluger Einsicht. In gewisser Weise hatte auch so mancher Irrtum seine richtigen Aspekte.
  Das erste Beispiel ist bereits im Titel erwähnt und beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass der Körper im Augenblick des Todes Gewicht verliert. Im zweiten Beispiel geht es um die Erkenntnisse Galileis, im dritten um Newton, im vierten um Blitze, den Blitzableiter Franklins und Elektrizität, im fünften um Chemie und Alchemie, im sechsten um Elektrizität in Lebewesen und im siebenten schließlich um die Grundlagen des Lebens. In einem abschließenden Kapitel stellt Len Fisher (sehr) kurz den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand in der Physik vor.
  Fisher bietet hier einen interessanten Einblick in die Geschichte der Wissenschaft und damit an die Entwicklungen der wissenschaftlichen Arbeit anhand teilweise auch noch recht unbekannter Beispiele. Gerade die willkürliche Auswahl dieser Beispiele macht das Buch interessant, verzichtet es z.B. auf den sonst immer unvermeidlich auftauchenden Einstein mit seinem Widerstand gegen die Quantenmechanik. Er wählte seine Beispiele generell aus der weiter zurück liegenden Vergangenheit und lässt die Auseinandersetzungen des letzten Jahrhunderts großteils außen vor.
  Dass Fisher sich auf des Schreiben populärwissenschaftlicher Bücher und ein verständliches Vermitteln wissenschaftlicher Inhalte versteht, hat er bereits mit seinem vorhergehenden Bestseller „Reise zum Mittelpunkt des Frühstuckseis" eindrucksvoll gezeigt. Positiv bleibt noch zu erwähnen, dass er sich in „Der Versuch, die Seele zu wiegen“ nirgends wiederholt.

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