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Chris Wooding
Alaizabel Cray
(The Haunting of Alaizabel Cray, 2001)

Lübbe
2003
Übersetzt von Wolfgang Ferdinand Müller
351 Seiten
€ 6,90 [D] 7,10 [A]


Von Alfred Ohswald am 19.07.2005

  Seit London vor ein paar Jahrzehnten von preußischen Luftschiffen bombardiert worden ist, tauchten unheimliche übernatürliche Wesen auf, die direkt aus den Alpträumen der Menschen zu stammen scheinen. Manche Stadtteile Londons sind mittlerweile regelrecht verseucht durch diese sogenannten Hexen.
  Thaniel Fox’ Vater war der berühmteste Hexenjäger und er selbst folgte ihm in diesen gefährlichen Beruf nach. Eines Tages findet er bei der Jagd nach einem Wiegenräuber ein junges, verstörtes Mädchen und nimmt es mit sich nach Hause. Es stellt sich nach einigen Nachforschungen heraus, dass sie als Opfer bei einem wichtigen Ritual der Gilde, einer okkulten Vereinigung mächtiger Männer, dienen sollte. Und diese Gilde will Alaizabel Cray, wie das Mädchen heißt, unbedingt zurück haben, um dieses Ritual zu vollenden. Denn dieses Ritual ist Teil eines finsteren Plans, mit dessen Hilfe die Gilde die Welt ins Chaos ihrer dunklen Götter stürzen will. Thaniel, Alaizabel und eine Kollegin Thaniels fliehen zum Bettlerkönig Londons, doch auch der kann nichts gegen die mächtige Gilde und ihren Plan unternehmen. Nur ein unmöglich scheinender Vorstoß in das Herz des Gegners könnte diesen noch stoppen …
 
  Chris Wooding Paralellwelt-Roman spielt in einem, von Geistern heimgesuchten viktorianischen England am Ende des 19. Jahrhunderts. Das beginnende Industriezeitalter zeigt bei ihm noch dunklere Nebenerscheinungen, als es ohnehin in der realen Geschichte hatte.
  Der Roman ist ein gut gelungener Mix aus Fantasy und Horror mit einer komplexen aber in einfachen Stil erzählten Handlung. Die Hauptfiguren sind nicht klischeehaft aber auch nicht übermäßig hintergründig. Einige Nebenfiguren, wie z.B. der Serienmörder „Flickengesicht“ sind allerdings recht vielschichtige und originelle Charaktere, obwohl man eigentlich nicht allzu viel über ihn erfährt.
  Das Buch richtet sich an jugendliche Leser und der geradlinige Erzählstil passt da sicher ausgezeichnet. Allerdings gibt es zahlreiche, recht grausame Szenen und mit manchen Protagonisten auch der guten Seite geht Chris Wooding nicht gerade zimperlich um. Es sollten also schon etwas dickhäutige Harry Potter-Leser sein. Auch der Hintergrund der Alternativwelt ist für einen Jugendroman eigentlich schon fast ein wenig zu komplex, um von diesem Zielpublikum ohne Probleme verstanden zu werden.

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