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Leonardo Padura
Labyrinth der Masken
(Máscaras, 1997)

Unionsverlag
2005
269 Seiten
€ 19,90 [D] 20,50 [A]


Von Rudolf Kraus am 19.06.2005

  „Labyrinth der Masken“ ist der dritte Teil des „Havanna-Quartetts“ des kubanischen Schriftstellers Leonardo Padura mit dem Titel „Sommer“. Und dieser kubanische Sommer, im Besonderen der Sommer in der kubanischen Hauptstadt macht allen noch so hartgesottenen Kerlen wie dem Teniente Mario Conde von der Mordkommission gleichermaßen zu schaffen. Mario Conde wird beauftragt, die Ermittlungen zum Mord an einem Transvestiten im Stadtwald von Havanna aufzunehmen und entkommt so dem Innendienst, den er strafweise leisten musste.
  Die Ermittlungen, aber auch das Umfeld des Protagonisten Conde zeichnen ein buntes, überaus realistisches Sittenbild der zeitgenössischen kubanischen Gesellschaft. Auf der eine Seite steht der sozialistische Realismus mit einer klaren Ablehnung der Homosexualität und der künstlerischen Individualität, und auf der anderen Seite werden manche Bilder revidiert, Künstler rehabilitiert und so mancher Mitstreiter der Revolution als Mitläufer enttarnt. So spielen ein alter Dramatiker, der 10 Jahre mit Berufsverbot belegt war, genauso eine wesentliche Rolle in diesem Roman wie der in höchsten Kreisen verkehrende Diplomat und Vater des ermordeten Transvestiten.
  Mario Conde setzt sich in vielschichtiger Weise mit dem Fall auseinander. Skepsis und Vorurteile, Alkohol und Literatur sowie eine laufende Auseinandersetzung mit der eigenen Person, der Unfähigkeit für dauerhafte Beziehungen spielen nicht nur eine wesentliche Rolle, sie führen auch zur Lösung des Falles.
  Leonardo Paduras „Labyrinth der Masken“ ist nicht nur ein äußerst lesenswerter Kriminalroman, sondern auch absolut zeitgenössisch und voller Realismus. Man wird manchmal an Dashiell Hammett oder den frühen James Ellroy erinnert, das gilt vor allem für das Literarische. Und das mag ja nicht unbedingt ein Nachteil sein.

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