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Valerio M. Manfredi
Das Orakel
(L'Oracolo)

Heyne
1998
Übersetzt von Elvira Bittner
429 Seiten
DM 14,90


Von Alfred Ohswald am 29.10.1999

  Ein Archäologe stößt Ende 1973 bei einer Grabung unter mysteriösen Umständen auf eine antike goldene Vase mit einer Darstellung des Odysseus nach der bekannten Reise und Heimkehr aus der Zeit seiner späteren, kaum bekannten Erlebnisse. Der Archäologen kann sich nach einem Zusammenbruch nur mühsam aus der Fundhöhle schleppen und er bittet seinen Assistenten ihn zu einer bestimmten Adresse in Athen zu bringen, obwohl er dringend in ein Krankenhaus sollte. Bald darauf stirbt er und der Assistent trifft bei der angegebenen Adresse nur einen mysteriösen Fremden, der ihn anweist, die Vase zu verstecken.
  Zur gleichen Zeit steuern einige junge Studenten auf ihr dramatisches Schicksal zu. Das frisch und innig verliebte Paar Heleni, eine Griechin und der Italiener Claudio und ihre beiden Freunde, der Franzose Michel und der Brite Norman. Als griechische Studenten die Universität besetzen und gegen die Militärdiktatur protestieren, befindet sich Heleni unter ihnen. Die Militärs lassen die Universität stürmen und gehen mit äußerster Brutalität gegen die Studenten vor. Heleni wird schwer verwundet und kann mit Hilfe ihrer Freunde fliehen. Doch Michel wird festgenommen und verrät unter der Folter und wird danach des Landes verwiesen. Jetzt werden auch Claudio und Heleni festgenommen und Heleni stirbt vor Claudios Augen während einer Vergewaltigung durch einen Folterknecht. Claudio wird von dem geheimnisvollen Fremden, der schon bei der Sache mit der Vase eine Rolle spielte, gerettet. Der Polizei und der Öffentlichkeit täuscht er dessen Tod vor.
  Zehn Jahre später werden Norman und Michel mit Hilfe rätzelhafter Botschaften wieder nach Griechenland gelockt. Dort werden zu dieser Zeit gerade hintereinander zwei der am Mord an Heleni beteiligen Polizisten ermordet. Claudio begann mit tatkräftiger Unterstützung durch den geheimnisvollen Fremden einen späten, aber überaus wirkungsvollen Rachefeldzug. Norman und der von Gewissensbissen geplagte Michel begeben sich auf die Suche nach ihm während ihn gleichzeitig der ehemalige Hauptverantwortliche für Helenis Tod auf den Fersen ist. Doch dem unheimlichen Fremden gelingt es immer wieder, ihm das Entkommen zu ermöglichen. Aber es scheint, als ob er seine eigenen, undurchsichtigen Pläne dabei verfolgen würde.
 
  Manfredi ist mit seinem Thriller mit einer kräftigen Prise Mystik ein spannungsgeladener Roman gelungen. Man will das Buch kaum aus den Händen legen, bevor man nicht auf den letzten Seiten das letzte Geheimnis und den Hintergrund für die ganze Geschichte gelesen hat.
  Der Autor ist selbst Archäologe und kennt Griechenland offensichtlich sehr gut. Dadurch kann er seiner fiktiver Geschichte durch Fakten einen zusätzlichen Reiz geben. Das Buch hat nichts mit Literatur zu tun, aber die Kunst des Geschichtenerzählens beherrscht der Autor in perfekter Weise.

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