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Mongo Beti
Besuch in Kala oder Wie ich eine Braut einfing

Hammer
2003
Übersetzt von Werner von Grünau
229 Seiten
€ 17,90 [D] 18,40 [A]


Von Rudolf Kraus am 09.05.2005

  Der junge Jean-Marie Medza kehrt zu Ferienbeginn aus der Stadt in sein Heimatdorf zurück. Er hat zuvor das Abitur nicht geschafft und ist deshalb einigermaßen niedergeschlagen, da er einen sehr strengen Vater hat und die Konsequenzen fürchtet. Doch der Vater ist nicht zu Hause und zudem wird Jean-Marie mit einer heiklen Mission betraut: er soll die Frau seines Cousins aus dem entlegenen Dorf Kala zurückholen, die ihren Mann verlassen hatte.
  Dort trifft er auf ein Leben, das bisher nicht kannte: Lebensfreude, Leichtigkeit und ein sehr freier Umgang mit der Liebe. Ihn waren bislang nur das strenge Elternhaus und die europäische Schule in der Stadt ein Begriff. Hier aber wird er für einen Gebildeten gehalten und für einen mit allen Wassern gewaschenen Verführer aus der Stadt. Obwohl er dem ganz und gar nicht entspricht, im Gegenteil, er ist naiv und schüchtern, wird er von seinem Cousin Sambo in die Freuden des Lebens eingeführt, was soweit führt, dass er sogar Edima, die hübsche Tochter des Dorfchefs, heiraten soll.
  Als er nach Wochen in sein Heimatdorf zurückkehrt, ist ein veränderter und erwachsen gewordener junger Mann aus ihm geworden. Sein Vater jedoch macht ihm nach wie vor das Leben zur Hölle und als die Hochzeitsgesellschaft aus Kala eintrifft, um die Vermählung von Jean-Marie und Edima zu vollziehen, gerät der Konflikt zwischen Vater und Sohn aus den Fugen. Ein unerwartetes Finale gönnt dem Lesendem keine Atempause.
  Mongo Beti beschreibt in diesem charmanten, oftmals naiv wirkenden Roman anhand der Person Jean-Marie Medzas auch die Geschichte seiner Heimat Kamerun, dessen alte Gesellschaftsstrukturen durch Veränderungen und ein neues Rechtssystem der französischen Kolonialherren ziemlich ins Wanken geraten. Die Geschichte selbst ist absolut liebenswert und spannend zugleich dargebracht, womit eigentlich auch schon alles gesagt wäre.

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