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Ronald M Hahn / Michael K Iwoleit / Helmuth W Mommers
Nova 1

Verlag Nummer Eins
2002
177 Seiten
€ 12,80


Von Alfred Ohswald am 16.04.2005

  Drei alte Haudegen der deutschen Science-Fiction-Szene versuchen mit einem Magazin im Stil der berühmten amerikanischen Vorbilder eine Plattform für Kurzgeschichten und Erzählungen zu schaffen, die immer eine extrem wichtige Rolle in diesem Genre spielten. Anthologien verkaufen sich leider zunehmend schlechter und werden darum von den großen Verlagen zunehmend vernachlässigt. Zur Abrundung gibt es wissenschaftliche Artikel zum Thema und über die SF-Literatur selbst.
  Neben den erwähnten Artikeln, in dieser 1. Ausgabe ein Artikel über Asteroiden und Kometen von Robert Hector und einer über die SF-Literatur von Holger Eckhardt, sind sieben SF-Storys enthalten, davon sechs deutsche Autoren und der international erfolgreiche Greg Egan.
 
  Marc-Ivo Schuberts „Die Flucht“ ist eine eher düstere Geschichte über ein Raumschiff, das der von einer außerirdischen Invasion überrannten Erde entkommen ist. Ein wenig erinnert die wirklich gelungene Story an „Die Körperfresser kommen“.
  „Schatten ohne Lächeln“ von Horst Pukallus behandelt, ziemlich stark satirisch angehaucht, das Sexualleben der Menschen im Banne des Internet. Zumindest handwerkliche Fähigkeiten werden uns nicht verloren gehen, wie es scheint.
  In „Was von uns bleibt…?“ von Florian F. Marzin beschreibt er ebenfalls mit einem kräftigen Augenzwinkern die Rekonstruktion der menschlichen Geschichte anhand einiger gefundener Bücher. Allerdings handelt es sich um Klassiker der SF-Literatur. Aufgrund der Entdeckerfreuden ein Leckerbissen für Kenner des Genres.
  Marcus Gebelein beschreibt in seinem „Der Wahrheitsmann“ eine Zukunft mit totalitär angehauchten Medien.
  „Smal Talk“ von Arno Behrend ist eine wirklich originelle Story um alternative Geschichte, ein gerade in Deutschland beliebtes Thema der Science Fiction. Behrend gelingt es in dieser kurzen Story gleich zwei gelungene Pointen unterzubringen.
  Greg Egans „Der Andere in meinem Kopf“ („Learning to Be Me“, 1990) handelt von einer Zukunft, in der den Menschen eine Apparatur, des sogenannte Juwel, bei der Geburt ins Gehirn eingepflanzt bekommen. Dieses „Juwel“ zeichnet alle Aktivitäten des Gehirns auf und irgendwann um die 30, bevor der langsame Verfall des Gehirns beginnt, wird mittels einer Operation die völlige Kotrolle an das Juwel übergeben. Der Zwiespalt der Hauptfigur, ob er nach dem Wechsel wirklich genau die gleiche Person bleibt, ist der Plot der Story.
  „Wie ein Bild von Radziwill“ von Holger Eckhardt ist ein flotter Science-Fiction-Thriller um die Entführung eines außerirdischen Politikers. Als Zugaben zum originellen Hintergrund gibt es noch eine recht witzige Pointe.
  Die letzte Geschichte, „Spinne im Netz“, handelt von dem fatalen Ausgang eines Seitensprungs im Cyberspace. Ein Science-Fiction-Thriller, spannend und mit einer Prise Satire.
 
  Nun, der Start ist gelungen, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die Auswahl der Storys ist mit einer guten Ausgewogenheit zwischen Spannung und Unterhaltung auf der eines Seite und einem gewissen literarischen Anspruch andererseits gut geglückt.

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