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Jörg Juretzka
Equinox

Ullstein
2003
288 Seiten
€ 7,95


Von Alfred Ohswald am 26.03.2005

  Dem Privatdetektiv Kristof Kryszinski und seinem Freund Jochen sind die Drogenmafia auf den Fersen und so heuern sie auf einem Kreuzfahrtschiff als Borddetektive an, um von der Bildfläche zu verschwinden. Es dauert allerdings nicht lange, bis die erste Leiche an Bord gefunden wird. Kristof glaubt nicht recht an den Selbstmord und überredet Jochen zum Entführen der Leiche zwecks späterer Beweise. Richtig unruhig wird er allerdings erst, als er von mehreren Seiten auf die Ähnlichkeit zwischen ihm und dem Mordopfer hingewiesen wird. Während er und Jochen mit dem Verwesungsprozess der Leiche und ihren Aufgaben an Bord zu kämpfen haben, scheint der Fall immer verzwickter zu werden.
 
  Jörg Juretzkas Held ist ein lockerer Typ mit einem ständig Sprüche klopfenden, vorlauten Mundwerk, der fast ständig mindestens mit drei verschiedenen Drogen zugedröhnt ist. Nichts gegen lockere Helden und reichlich Humor bei Krimis, aber man kann es auch übertreiben. Jörg Juretzka beherrscht das Beschreiben witziger Situationen ja wirklich recht gut und auch seine Sprüche sind nicht schlecht, nur wenn fast schon der ganze Krimi daraus besteht, wird’s manchem Leser wohl zu viel. Auch der eine oder andere Joint und erst recht Alkohol haben ja durchaus Tradition insbesondere im Krimi-Genre, aber was der Held hier in sich reinsäuft, -raucht- und schnupft ist schon etwas jenseits aller Grenzen.
  Schade vor allem, weil man dabei auch immer merkt, dass Jörg Juretzka wirklich sein Handwerk beherrscht. Er wäre nicht auf eine derart voller Klischees steckende Figur angewiesen, die selbst als Karikatur übertrieben ist und auf ihre Avantgarde-Art grenzenlos arrogant ist. Man muss über Tina Turner, Phil Collins & Co. nicht auf jeder zweiten Seite herziehen und seinen erlesenen Musikgeschmack wie eine Fahne vor sich her tragen, das kann man auch mit wenigen Nebensätzen klar stellen. Auch bei seinem Verhalten Frauen gegenüber erinnern die Hauptfigur und ihr Kompagnon oft stark an pubertierende Sprücheklopfer.
  Jörg Juretzka hat sicher seine Fans, aber das ist sicher Geschmackssache.

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