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Karl Hans Strobl
Das Grabmal auf dem Pere Lachaise
H. R. Giger’s Vampiric 3. Gelesen von David Nathan
(1913)

Lübbe
2004
€ 7,95 [D] 8,30 [A]


Von Alfred Ohswald am 09.03.2005

  Eine exzentrische, geheimnisvolle Frau hat in ihrem Testament verfügt, dass derjenige, der ein Jahr in ihrem Grabmal verbringt, 2x 100.000 Franc erhalten soll. Der junge, ambitionierte aber mittellose Wissenschaftler Ernest nimmt die vermeintlich leichte Gelegenheit war, schnell und leicht zu Geld zu kommen.
  Bei erstklassiger Verköstigung geht er in der Gruft seinen, wie er hofft, bahnbrechenden Forschungen nach. Zuerst glaubt er an besonders glückliche Umstände, als sich in der Gruft während der Nacht ein seltsames Phänomen bemerkbar macht. Ein eigenartiges Licht ist erkennbar und der Marmor, aus dem die Gruft besteht, bekommt seltsame Eigenschaften.
  Aber dann unterbricht eine andere Veränderung seine Gedankengänge, er, der bisher von recht hagerer Gestalt war, entwickelt durch das ausgiebige und ausgezeichnete Essen eine regelrechte Fettleibigkeit. Er hat sogar so viel zugenommen, dass er den sehr schmalen Eingang in die Gruft nicht mehr passieren kann und damit nun darin festsitzt. Seine Versuche, sich beim Essen zurückzuhalten, scheitern, er bemerkt einen geradezu unstillbaren Appetit bekommen zu haben. Fast scheint es ihm so, als ob er regelrecht gemästet wird…
 
  Dieser dritte Teil der Horror-Hörbuchserie „H. R. Giger’s Vampiric“ enthält nur eine einzelne, dafür etwas längere Horrorstory. Der Schweizer Künstler H. R. Giger hat übrigens, außer als Aushängeschild und Sprecher einer kurzen Einleitung, mit der Reihe nicht wirklich viel zu tun, es handelt sich um mehr oder weniger bekannte Erzählungen rund um das Thema Vampire.
  „Das Grabmal auf dem Pere Lachaise“ des österreichischen Autors Karl Hans Strobl kann wohl zu den Wiederentdeckungen schon weitgehend vergessener Klassiker gezählt werden, zählte Strobl seinerzeit doch, neben Gustav Meyrink, zu den bekanntesten Autoren dieses Genres im deutschsprachigen Raum. Die Erzählung könnte mit ihrer etwas satirischen Schlusspointe aber genauso gut von einem angelsächsischen Autor stammen.
  David Nathan, bekannt vor allem als deutsche Synchronstimme von Johnny Depp, als Sprecher für diese Reihe zu gewinnen, war zweifellos ein besonderer Glücksfall. Viel besser hätte man es wohl nicht treffen können. Das einzig weniger geglückte an dieser Reihe, ist die Titelmusik und die kurzen Kommentare H. R. Gigers am Anfang und Ende. Das dauert aber nicht lange und schadet der Geschichte selbst nicht im Geringsten.

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