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Friedrich Schiller
Der Handschuh
Illustriert von Jacky Gleich

Kindermann Verlag
2005
24 Seiten
€ 14,50


Von Richard Niedermeier am 02.03.2005

  „Den Dank, Dame, begehr ich nicht“; diese Worte des heldenmütigen Ritters Delorges an sein geliebtes Edelfräulein Kunigunde hat Schiller unsterblich gemacht. Ein Ritter, der von seiner Dame provoziert wird, sein Leben zu riskieren, um – als Liebesbeweis – einen Handschuh aus der Löwenarena zu holen: Schiller hat hier wie in einem Brennglas ein menschliches Drama eingefangen, das nicht nur als überkommenes Bildungsgut es verdient, weitergegeben zu werden. Denn auch heute gibt es Rollenzwänge, andere zwar, die nichts mehr mit Minne und Ritterehre zu tun haben, aber nicht minder den Menschen herausfordern. Vor allem auch Kinder sind – z.B. in der Schule - davon betroffen. Darum wird man auch dem Kindermann Verlag dankbar sein, dass er diese kleine Ballade als sattes, farbenprächtiges Bilderbuch gerade ihnen erschlossen hat. Hier passt alles zusammen: der spannungsgeladene Text und die hintergründigen Illustrationen aus der Hand der schon mit mehreren Preisen gewürdigten Jacky Gleich, die es versteht, die ganze Borniertheit einer so aufgeblasenen Geselschaft auf witzige Weise wiederzugeben. So ist ein Buch entstanden, das nicht nur einmal gelesen oder vorgelesen werden sollte. Eltern sollten mit ihren Kindern darüber sprechen und gemeinsam in Text und Bild eintauchen! So würden die Kinder frühzeitig erfahren, dass die Klassiker alles andere als ein zeit- und lebensfernes Muß darstellen. Dem Kindermann Verlag aber kann man nur raten, mit dieser Reihe „Poesie für Kinder“, deren erster Band dieses Buch ist, beherzt fortzufahren. Sie ist ein weitaus besseres Instrument gegen die Bildungsmisere als so manches, was von seiten der Politik in die Arena der Diskussion geworfen wird.

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