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Oliver Henkel
Die Zeitmaschine Karls des Grossen

Accra
2001
377 Seiten
€ 20,40


Von Alfred Ohswald am 15.02.2005

  Oliver Henkels Roman zählt zu einem Sub-Genre der Science-Fiction, es ist eine Mischung aus Zeitreiseroman und einem Roman aus dem Bereich Alternative Geschichte. Bei ihm bringt ein Zeitreisender im Pompeji des Jahres 79 mit einer Kleinigkeit die künftige Geschichte durcheinander. Aber das erfahren die Leser erst viel später.
  Der Roman beginnt im Rom des Jahres 796, das von einem Kaiser in Rom und einem Kaiser in Konstantinopel regierte römische Imperium wird von zwei Seiten bedroht. Im Osten greift das persische Reich an und der Kaiser des Westens eilt seinem Kollegen im Osten zu Hilfe. Darauf hat Karl der Große, der König der Franken, nur gewartet. Seinem Kämmerer Einhard ist der Zeitreisende in die Hände gefallen, der diese veränderte Geschichtsentwicklung in Pompeji ausgelöst hat. Er hat ihm von der historischen Entwicklung in seiner Zeit erzählt, wo Karl der Große im Jahr 800 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde. Fortan glaubt Einhard den göttlichen Willen zu erfüllen, wenn er dieses Ziel anstrebt und der Machtgierige Karl folgt ihm natürlich gerne bei diesem Gedankengang. Der Zeitreisende hat nämlich auch sein Wissen über Waffen preisgegeben, denen selbst die unschlagbaren Legionen Roms nicht standhalten können.
  Vor diesem Hintergrund bricht der junge Andreas Sigurdius aus Rom ins Frankenreich auf, um für Rom herauszufinden, ob hier tatsächliche eine Bedrohung heranwächst. Sigurdius bemerkt einige seltsame Unstimmigkeiten, aber wenig wirklich Eindeutiges. Erst als er auf einen etwas eigenartigen Mann trifft, ändert sich alles. Es ist ein weiterer Zeitreisender namens Captain Franklin Vincent, der sich nicht recht in dieser veränderten historischen Realität zurechtfindet. Er erzählt dem zunächst ungläubigen Sigurdius seine Geschichte und kann ihn schließlich mit Hilfe einiger aus moderner Zeit stammender Gegenstände überzeugen. Er sucht den gefangen genommenen Zeitreisenden und Sigurdius mehr Indizien für die bevorstehende Kriegsgefahr. Beides hoffen sie in Aachen zu finden und beschließen deshalb zusammenzuarbeiten.
 
  In erster Linie ist Oliver Henkel ein hervorragender historischer Roman gelungen, wenn auch nicht im engeren Sinn. Man merkt trotzdem ständig, dass er hervorragend recherchiert hat. Obwohl es in jedem Fall ein spannendes Buch und ohne große Vorkenntnisse verständlich ist, macht das Lesen noch mehr Spaß, wenn man etwas Grundwissen über die entsprechende geschichtliche Epoche mitbringt. Erst dann eröffnen sich viele Anspielungen und Details, wie sich z.B. bestimmte Dinge unter den geänderten Voraussetzungen anders entwickelt haben.
  Aber, wie bereits erwähnt, ist Oliver Henkel auch abseits dieser reizvollen Spielereien mit der Geschichte ein ausgezeichneter Erstling gelungen. Überraschend auch, dass das Buch im Eigenverlag (als Book on Demand) erschienen ist. Es ist ein herausragendes Beispiel, dass es hier immer wieder versteckte Perlen zu finden gibt. Obwohl Oliver Henkel bald zumindest bei Science-Fiction-Fans ein Begriff war und in so ziemlich sämtlichen Nominierungen für Preise für phantastische Literatur auftauchte. Und das ohne jeden Zweifel zu Recht.
  Hoffentlich kann er sich mittlerweile einen besseren Lektor leisten, denn über Schlampigkeitsfehler stolpert man ziemlich häufig.

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