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Kurt Vonnegut
Schlachthof 5
(Slaugtherhouse Five or the Children’s Crusade, 1969)

Der Audio Verlag
2005
Übersetzt von Kurt Wagenseil
€ 24,95 [D] 25,90 [A]


Von Alfred Ohswald am 10.02.2005

  In „Schlachthof 5” verarbeitet Vonnegut die von ihm selbst als Kriegsgefangener miterlebte Bombardierung Dresdens literarisch. Als Vehikel dient ihm dabei seine etwas wunderliche Hauptfigur Billy Pilgrim, eine Art gutmütiger Tor der vermeintlich zeitlich innerhalb seines Lebens hin und her springen kann. Später wird er sogar von reichlich sonderbaren Aliens entführt, was aber wohl eher auf eine drastische Kopfverletzung bei einem Flugzeugabsturz zurückzuführen ist, als auf tatsächliche Ereignisse.
  Dieser Billy Pilgrim gerät, als Gehilfe eines Militärgeistlichen unbewaffnet, zusammen mit drei anderen amerikanischen Soldaten hinter die deutschen Linien und bald darauf in Gefangenschaft. Nach einem Lager für Kriegsgefangene landet er schließlich gegen Ende des Krieges in Dresden und gerät dort in den verheerenden alliierten Bombenangriff.
  Seine Zeitsprünge führen Billy Pilgrim aber während dieser Zeit durch sein ganzes Leben, von seiner Heirat über seinen Aufenthalt in einem Zoo auf dem Planet der Aliens bis zu seinem Leben als alter, wunderlicher Mann.
 
  Vonnegut, eigentlich, wenn auch nicht ganz berechtigt, als Science-Fiction Autor bekannt, schieb mit „Schlachthof 5” einen der großen Anti-Kiegsromane. Er ist nicht so direkt, drastisch und mitreißend wie Joseph R Hellers „Catch 22“ sondern deutlich hintergründiger. Ein großer Teil seiner Wirkung entsteht aus dem absurden Kontrast zwischen seiner naiv-gutmütigen Hauptfigur und dem Krieg. Billy Pilgrim ist das in den Kreuzzug geratene, unschuldige Kind. Die Erlebnisse Billy Pilgrims während des Krieges haben ihre direkten Wurzeln in Vonneguts eigenen Erlebnissen, auch er überlebte den Bombenangriff auf Dresden im Keller eines Schlachthofs.
  Vonnegut beschreibt die Ereignisse in einen bewusst recht unkomplizierten, an mündliche Erzählungen orientierten Stil. Es gibt bei ihm keine ausufernden, blumigen Metaphern oder sonstige weitschweifige Beschreibungen. Eine Besonderheit bleibt den Lesern im Gedächtnis: Immer, wenn er den Tod erwähnt, folgt unweigerlich der lakonisch wirkende Satz „So geht das“. Trotz seiner Harmlosigkeit wird damit deutlich vorgeführt, wie oft der Tod selbst in harmlos erscheinenden Passagen präsent ist.

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