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George Saunders
Pastoralien

Berlin Verlag
2002
Übersetzt von Frank Heibert
€ 18,- [D]


Von Volker Frick am 04.01.2005

  Das Buch ist anlässlich seines Erscheinens in Deutschland - aus dem Amerikanischen von Frank Heibert - durchaus wohlwollend aufgenommen, sprich: rezensiert worden. Es sind merkwürdige Geschichten, die uns der Autor George Saunders, Jahrgang 1958, erzählt. Zwar lesen wir und sind anfänglich reichlich verwirrt, fragen uns gar ‚was ist das denn?’, aber dann hören wir nur noch zu, lauschen dieser unterlegten Stimmung, die nicht fassbar ist, und die Schublade ‚Subtext’ klemmt gerade auch gewaltig.
  In extremer Nüchternheit fokussiert Saunders den All-Tag einzelner Humanoiden auf eine Weise, das einem die Welt als artifizielle Sci-Fi-Version vor den Augen ins Stolpern gerät. Diesseits der Vision oder Utopie (entschuldigen Sie, bei diesem Wort muss ich eine Hand vor den Mund halten, um ein angewidertes Gähnen zu kaschieren) legt Saunders dem Leser eine pathologische Lesart seiner Individuen nahe. Nicht wirklich. Und darob gewaltig unterhaltsam in ihrer Authentizität. Im Hintergrund der Individuen dieser Geschichten wabern Archetypen. Das ist es. Geschichten, die aus dem Vollen schöpfen. Geschichten, die an den fast vergessenen Walker Percy gemahnen, ja, an Joyce auch, und zu allem Überfluss finden sich auf der Rückseite des Buchumschlages Worte eines Autors, dessen Verlautbarungen in jüngster Zeit sich beschränkten auf Äusserungen zu Büchern, die dann auf deroselbigen Buchumschlägen genutzt wurden, nichts desto trotz ich mich in diesem Fall erstmalig und anmaßend inhaltlich voll und ganz der präzisen Einfassung dieser Diamanten, dieser Erzählungen, ich mich abschließend also den Worten von Thomas Pynchon anschließe - dann mag es genug des Guten sein: „voller Anmut, düster, authentisch und komisch.“

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