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Maarten 't Hart
In unnütz toller Wut
Gelesen von Max Volkert Martens

Hörverlag
2004
Übersetzt von Gregor Seferens
€ 24,95 [D] 25,90 [A]


Von Alfred Ohswald am 14.12.2004

  Bei einer befreundeten Malerin lernt er die attraktive Fotografin Lotte Weeda kennen, die ein Buch mit Portraits markanter Gesichter aus seinem Dorf plant und ihn bittet, das Vorwort dafür zu schreiben. Er willigt ein und begegnet ihn in der nächsten Zeit auch oft, wenn sie gerade auf Motivsuche ist. Dabei bevorzugt sie meist ältere, gebrechliche Menschen. Nach Erscheinen des Buches reist sie dann in ein südostasiatisches Krisengebiet, um darüber zu berichten.
  Die ersten Reaktionen auf das Buch sind der übliche Neid der nicht darin Berücksichtigten. Einige Dorfbewohner kündigen ihm sogar aus gekränkter Eitelkeit die Freundschaft. Bald aber ändert sich diese Situation radikal. Ein Gerücht taucht auf, dass alle in dem Buch fotografierten Menschen bald sterben werden. Da tatsächlich immer mehr der alten, darin abgebildeten Menschen bald sterben, geht zunehmend die Angst um und einige wenden sich an ihn, damit er Kontakt mit der Fotografin aufnehme und die Sache kläre. Er hat zwar ihre Mailadresse, bekommt aber auf Mails an sie keine Antwort.
  Als er selbst in einige haarige Situationen gerät, beginnt auch er zunehmend an diese, vorher als absurd abgetanen Gerüchte zu glauben.
 
  Maarten 't Harts Romane sind fast immer sehr stark autobiographisch beeinflusst und auch in „In unnütz toller Wut“ verarbeitet er einige privaten Erlebnisse. Auch er lebt z.B. in einem Dorf in den Niederlanden und er hat tatsächlich auch für einen Fotoband der Fotografin Els Hansen Modell gestanden. Es ist ein eher ruhiges Buch, das sich einen Moment lang in der zweiten Hälfte in Richtung Krimi zu entwickeln scheint, was sich aber nur als überbordende Phantasie mancher Beteiligter herausstellt.
  Leider nur zum Teil hat der Autor die Möglichkeit ausgenützt, einige der etwas kauzigen Protagonisten ausführlicher zu beschreiben, hier ist aber auch die Kürzung der Hörbuchversion nicht ganz unschuldig.
  Max Volkert Martens gediegener, unaufgeregter Lesestil passt hervorragend zu dem Buch, hier hat man eine ausgezeichnete Wahl getroffen.

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