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Bertrand Michael Buchmann
Österreich und das Osmanische Reich

WUV
1999
286 Seiten
€ 19,50


Von Alfred Ohswald am 25.11.2004

  Die beiden ehemaligen Weltreiche verbinden nicht nur lange Phasen einer wechselvollen Nachbarschaft gemeinsam, sie entstanden und endeten auch etwa zur gleichen Zeit. Osman I. Gazi, der Gründervater des Osmanischen Reiches, kam um 1300 an die Macht, der Habsburger Rudolf I. erkämpfte sich 1278 mit seinem Sieg über den Böhmenkönig Ottokar Przemysl am Marchfeld das österreichische Herzogtum.
  Heute sind vor allem noch die beiden Türkenbelagerungen Wiens 1529 und 1683 in Erinnerung. Besonders die zweite, deutlich länger andauernde Türkenbelagerung und die damit einhergehenden Verwüstungen der durch das Burgenland und Niederösterreich streifenden Tartaren ist oft das am meisten herausragende historische Ereignis vieler ostösterreichischer Ortschroniken. Die danach folgenden Türkenkriege sind in erster Linie wegen ihres genialen Feldherrn Prinz Eugen in Erinnerung geblieben.
  Später näherten sich die beiden zunehmend an Macht verlierenden Reiche immer mehr aneinander an, um schließlich im 1. Weltkrieg als Verbündete zu kämpfen und unterzugehen.
 
  Buchmanns Überblick geht angesichts des gewaltigen Zeitraums natürlich nicht bis ins letzte Detail, aber er nimmt sich aller Aspekte de Entwicklung in den beiden Reichen an, sowohl gesellschaftliche als auch innenpolitische Veränderungen mit ihren Ursachen und Wirkungen, werden aufgezeigt und analysiert. Ist der Grundgedanke hinter dem Buch schon ein wirklich origineller Ansatz, so lässt auch die Umsetzung wenig zu wünschen übrig. Und das Thema Türkei und Europa wird sicher auf Jahre hinaus hochaktuell bleiben, da schadet etwas historisches Hintergrundwissen ja nicht unbedingt.

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