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Amour fou
Lyrik und Prosa

Storia Verlag
2004
160 Seiten
€ 13,-


Von Heide John am 12.11.2004

  Mit der Anthologie „Amour fou“ stellt der neugegründete Münchner Storia Verlag sein erstes Buch vor. Die 44 Autorinnen und Autoren decken die Jahrgänge von 1942 bis 1987 ab. Und so unterschiedlich wie ihr Alter, sind auch die vorliegenden Texte. Die einzige Ähnlichkeit besteht darin, dass sie die Themenvorgabe bedienen: Jede Geschichte erzählt von einer unmöglichen, verrückten, bizarren Liebe. Einer Amour fou eben.
  Da gibt es Schreckliches, Schönes, Sehnsüchtiges, Ängstliches, Eifersucht, da gibt es viel Sex, viel Eros und natürlich vor allem Liebe, Lust und Leidenschaft.
 Grundsätzlich sind die Geschichten von sehr unterschiedlicher Qualität. Manche sind abgedroschen - und einige wären besser im Tagebuch des jeweiligen Autors geblieben. Andere hingegen vermögen durchaus zu überzeugen.
  So erzählt die erste Geschichte der Autorin Manuela Fuelle von einer tragischen Obsession. Sie bedient sich in weiten Teilen der SMS-Form, das passt zur Story. Leider fällt sie gegen Ende mächtig ab.
  Gut, wenn auch nicht neu, ist auch „Dolly“ von Monika-Katharina Böss.
 Recht originell finde ich „Die einsame Wölfin“ von Cornelia Koepsell. Nicht zuletzt, weil sie mit einem witzigen Ende aufwartet.
  Ebenfalls gelungen ist „Vom Himmel. Gefallen“ von Karina von Odenthal. Die verbotene Liebe zu einem Priester ist durchsetzt mit Zitaten aus dem „Hohe Lied der Liebe“.
 Sogar mit einer lesenswerten Fabel „Adler und Kaninchen“ kann das schmale Bändchen aufwarten.
  Die lyrischen Beiträge sind zum Teil obsessiv pornografisch und können weniger überzeugen als die Kurzgeschichten.
  Ein großes Lob gilt Sarah Ines Struck für die Gestaltung des lackroten Büchleins. Farbe und Cover passen nicht nur zur Amour fou, sie sind auch überzeugend gestaltet.
  Es bleibt abzuwarten, wie viele Leser sich von der Optik zum Kauf anregen lassen. Fraglich ist, ob der Preis von 13,- Euro für eine 150-seitige Broschur nicht doch ein wenig zu hoch angesetzt ist.

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