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K. J. Parker
Schattenjagd
Der Kreis der Krähen 1
(Shadow, 2001)

Lübbe
2004
Übersetzt von Edda Petri
718 Seiten
€ 8,90 [D]


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Von Alfred Ohswald am 20.08.2004

  Er erwacht unter etwa 2 Duzend toten Soldaten und bemerkt, dass er völlig das Gedächtnis verloren hat. Anscheinend hat ein Kampf stattgefunden, denn er erkennt 2 unterschiedliche Arten von Uniformen. Nach kurzem Nachdenken erscheint es ihm am Klügsten, sich aus dem Staub zu machen, bevor weitere Soldaten auftauchen und er nicht erkennen könnte, ob sie Freund oder Feind sind.
  Als es bereits dunkel wird, trifft er auf einen Wagen auf einer Straße. Der Fahrer ist allerdings betrunken und will ihm ans Leder. Er verteidigt sich und tötet den Mann. Erst jetzt bemerkt er eine Frau, die sich auch auf dem Karren befindet und ihn heftig beschimpft. Nach einigen Hin und Her beschließen sie, sich zusammenzutun.
  Sie war mit ihrem Kompagnon als falsche Priesterin und Gott in den ländlichen Dörfern unterwegs, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Er übernimmt jetzt die Rolle dieses Gottes namens Poldarn und Poldarn bleibt in Ermangelung einer Alternative gleich auch sein Name.
  Nachdem sie im ersten Dorf erfolgreich waren, fahren sie zu der nächstgelegenen Stadt weiter, treffen aber nur mehr auf Verwüstung und Leichenberge. Sie wurde anscheinend völlig zerstört und tausende ihrer Einwohner getötet. Notgedrungen steuern sie die nächste Stadt an, wo Poldarn auf einen Mann treffen sollte, der ihn anscheinend gut kennt. Aber bevor er seine Identität erfährt, ist er bereits wieder auf der Flucht. Allerdings scheint es, dass er in seiner früheren Existenz in die zahllosen Intrigen und Kriege innerhalb des Imperiums verwickelt war.
 
  Es ist die Odyssee eines Mannes ohne Gedächtnis durch eine Welt voller Verwüstung, Intrigen und grausamer Kämpfe. In zahlreichen Traumsequenzen werden die Leser langsam aufgeklärt aber oft auch noch mehr verwirrt. Die komplette Auflösung des Rätsels der Identität der Hauptfigur erfährt man in diesem ersten Teil noch nicht, obwohl er ein richtiges, wenn auch nur vorläufiges Ende hat.
  Trotz der zahlreichen, verwirrenden Details, die immer wieder im Lauf der Handlung auftauchen, kann man der Geschichte meist recht gut folgen. Obwohl es keineswegs ein witziger Fantasy-Roman ist, versteht es Parker mit seinen Beschreibungen und Dialogen eine Menge hintergründigen, meist recht trockenen Humors zu entwickeln.
  Neben der recht gut beschriebenen Hauptfigur spielt noch eine Nebenfigur eine wichtige Rolle. Teile der Handlung werden aus ihrer Sicht beschrieben. Es handelt sich um einen „Schwertmönch“, der meist unterwegs ist, um im Auftrag seines Ordens wichtige Persönlichkeiten zu beseitigen. Dieser Charakter gibt dem Roman noch die entscheidende Würze, um ihn zu einem wirklich bemerkenswerten Vertreter seines Genres zu machen.

 

 

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